Saar-Wirtschaft verliert an Schwung

Saar-Wirtschaft verliert an Schwung

Die schwächelnde saarländische Industrie zieht in diesem Jahr die gesamte Saar-Wirtschaft nach unten. Das Wachstum fällt deshalb schlechter aus als im übrigen Bundesgebiet.

Nicht immer ist es ein Vorteil, dass das Saarland ein Industrieland ist. Das zeigt der vorläufige Rückblick des Statistischen Amtes auf den Konjunkturverlauf in diesem Jahr. "Die Entwicklung der saarländischen Wirtschaft hat in diesem Jahr spürbar an Schwung verloren", stellen die Statistiker fest. Der Grund dafür: "Vor allem die großen Industriezweige - wie der Maschinenbau , der Automobilsektor und die Stahlindustrie - leiden unter einer Nachfrageschwäche." Obwohl außerhalb der Industrie die positiven Tendenzen überwiegen, können sie nach Darstellung der Behörde die Belastungen aus den Sparten Maschinenbau , Stahl und Auto nicht ausgleichen.

In Zahlen ausgedrückt heißt das: Die Saar-Wirtschaft ist im ersten Halbjahr zwar gewachsen, aber nur um 1,5 Prozent. Für Deutschland insgesamt wird das Plus auf 2,3 Prozent beziffert. Heftige Rückschläge verzeichnete besonders der Maschinenbau im Saarland: Die Umsätze schrumpften von Januar bis September um 6,7 Prozent. Der Wert der Aufträge brach um 16,5 Prozent ein. Ähnliches Bild in der unter Billigkonkurrenz leidenden Stahlindustrie: Der Umsatz schaffte gerade noch ein Plus von 0,3 Prozent, der Auftragsverlust betrug 6,7 Prozent. Die Nachfrage aus dem Ausland sank sogar um 10,8 Prozent. Die Autobranche büßte 2,7 Prozent Umsatz ein, der Auftragsrückgang belief sich auf 1,9 Prozent. Diese drei Branchen machen drei Viertel des Gesamtumsatzes der Saar-Industrie aus. Entsprechend ging dieser Gesamtumsatz bis September im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,1 Prozent auf 19,9 Milliarden Euro zurück.

Ganz anders ist die Lage in der Bauwirtschaft. Sie verzeichnet in den ersten neun Monaten ein Umsatzplus von 15 Prozent. Und der Auftragseingang im Bauhauptgewerbe (vor allem Hoch- und Tiefbau) legte um 5,8 Prozent zu. Die Baubranche "kann auch weiterhin hoffnungsvoll in die Zukunft blicken", sagen die Statistiker . Denn die Zahl der Baugenehmigungen im Wohnungsbau nahm um 40,3 Prozent zu. Ähnlich gut lief es im Handel mit Kraftfahrzeugen, dessen Umsatz bis September um 12,1 Prozent stieg.

Der Einzelhandel schaffte zwar nur eine kleine Umsatzverbesserung von 0,6 Prozent, die Statistikbehörde sieht die privaten Haushalte aber "in einer weiterhin konsumfreundlichen Stimmung". Positiv entwickelten sich auch Dienstleistungsbranchen, etwa die Sparte Kommunikation sowie das Gesundheits- und Sozialwesen.

Den Arbeitsmarkt schätzt das Amt als stabil ein. Ende September waren 380 900 Saarländer sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das waren 0,3 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Deutschlandweit stieg der Beschäftigtenstand dagegen um 1,3 Prozent auf 31,74 Millionen Menschen.

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