Produktionslinie bei Nestlé Wagner in Nonnweiler für 15 Millionen Euro

Kostenpflichtiger Inhalt: Neue Produktionslinie : Nestlé Wagner baut Engagement im Saarland aus

Eine neue Produktionslinie ist für 15 Millionen Euro eingeweiht worden. Die Arbeitsplätze bei Nestlé Wagner seien langfristig gesichert, sagt Vorstandschef Thomas Göbel.

Künftig sollen noch mehr Pizzen und Snacks aus dem Saarland kommen, kündigt Göbel am Mittwoch anlässlich der Vorstellung einer neuen Produktionslinie an. Sie ist in vierjähriger Bauzeit entstanden und wird Mitte September offiziell den Betrieb aufnehmen. Dafür hat das Unternehmen 15 Millionen Euro investiert. Die neue Produktionslinie soll vor allem Snack-Produkte wie das „Rustipani“ herstellen. Die Anlage soll es ermöglichen, 20 Prozent mehr Produkte pro Schicht herzustellen. Daniel Millekat, Bereichsleiter der Produktionslinie, spricht von der „weltweit modernsten Produktionsanlage dieser Art“. Sie arbeite nach neuesten Maßstäben „für Umwelt-, Hygiene-, Produkt- und Arbeitssicherheit“, sagt Millekat. Zugleich könne 20 Prozent Energie eingespart werden.

Nestlé Wagner ist 2015 in das Tiefkühl-Snack-Geschäft eingestiegen und verspricht sich davon großes Wachstum. Der Trend in den Haushalten gehe zu höherwertigen Lebensmitteln und sogenannte Convenience-Produkten in kleineren Portionen, die man auch schnell zu sich nehmen kann. Die neue Anlage bezeichnet Göbel als „Meilenstein für unser Unternehmen“. Die Investition sei zugleich ein Beweis dafür, dass die Bedeutung des saarländischen Standortes auch innerhalb des Nestlé-Verbundes noch weiter steigt. „Wir haben durch die jüngste Investition die Grundlage für weitere Produkt-Neuheiten geschaffen und verfügen bereits über einen gut gefüllten Trichter für neue Produkt-Ideen“, stellt Göbel klar. Nähere Einzelheiten will er noch nicht nennen. Strategisch stellt er jedoch fest: „Mit dem Werk Nonnweiler und unseren Mitarbeitern sind wir einer der größten Produktionsstandorte von Nestlé in Europa. Seit 2013 investieren wir hier im Saarland jährlich in Anlagen und Produkt-Verbesserungen rund 20 Millionen Euro. Das ist auch eine Bestätigung dafür, wie wichtig der Standort für Nestlé ist.“

In Nonnweiler werden 130 Rezepturen verarbeitet und Produkte in 300 verschiedenen Verpackungen in europäische Märkte exportiert. Auf dem deutschen Markt sind 70 Nestlé-Wagner Produkte erhältlich: Pizzen und Snacks. Hauptabsatzmarkt bleibe, vom Umsatz-Marktanteil her gesehen, mit 30 Prozent Deutschland, gefolgt von nahezu allen Ländern Europas. Nestlé Wagner versuche in der Produktion zudem, den Anteil an Rohstoffen aus der heimischen Region zu erhöhen. Das sei wegen der benötigten Mengen nicht einfach. Aus dem Werk kommen jährlich 350 Millionen Tiefkühl-Produkte. Hierfür werden 10 000 Tonnen Käse benötigt, 20 000 Tonnen Tomaten und 30 000 Tonnen Mehl. Letzteres beziehe man aus der Region, Käse aus den Benellux-Ländern und Tomaten aus Italien. Die passten am besten zur Pizza. „Alles, was Tomaten anbelangt, machen wir selbst bis hin zur Soße“, sagt Göbel. Auch Fleisch- und Wurstanteile beziehe man aus einem Nachbarbetrieb in Nonnweiler.

Insgesamt investiert Nestlé jährlich 100 Millionen Euro in seine 15 deutschen Produktionsstätten, wie der Konzern am Mittwoch mitteilt. Er komme bei der Modernisierung seiner Werke in Deutschland voran. „Wir investieren vor allem in Technologie und machen so unsere Werke effizienter, digitaler und nachhaltiger“, erklärt Deutschland-Chef Marc Boersch. Für den Standort Saarland spreche „das Know-how der Mitarbeiter, das sich hier seit Jahrzehnten entwickelt hat schon unter Ernst Wagner, der mit seiner Leidenschaft dafür den Grundstein gelegt hat“, betont Wagner-Chef Thomas Göbel.

Mit der mittlerweile erreichten Größe des Standortes könne man „sehr professionell und effizient mitten in Europa arbeiten“. Ein weiterer Vorteil sei die Stabilität der Arbeitsbedingungen und der soziale Frieden, was sich auch in der Zusammenarbeit mit den Sozialpartnern zeige. „Das ist nicht immer einfach, aber die konstruktiven Diskussionen helfen uns auch dabei, den Standort wettbewerbsfähig in Europa aufzustellen. Das ist sehr positiv“, räumt Göbel ein. Die Kleinheit des Saarlandes helfe wegen kurzer Wege, die Zusammenarbeit mit der Landes- und Lokalpolitik sei gut.

Wirtschafts-Staatssekretär Jürgen Barke (SPD) sagte, er sei „verdammt froh“ über die jüngste Investition am Standort Nonnweiler. Dies sei „ein Signal an die Mannschaft und an den saarländischen Standort, dass dieser künftig noch viel internationaler wird.“