Konjunktur Ost-Wirtschaft wird immer zuversichtlicher

Berlin · Angesichts überdurchschnittlich guter Geschäftserwartungen erwartet der DIHK 60 000 neue Stellen.

Erstmals seit mehr als acht Jahren sind die Betriebe in Ostdeutschland bei ihren Geschäftserwartungen zuversichtlicher als im Bundesdurchschnitt. Das geht aus einer aktuellen Konjunkturumfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) hervor, die unserer Redaktion vorliegt. Mehr als jedes zweite Unternehmen in den neuen Ländern (52 Prozent) spricht demnach von einer guten Lage, nur neun Prozent von einer schlechten. Im Saldo sind das 43 Punkte. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 40 Punkten. „Es sieht alles nach einer Fortsetzung des Aufholprozesses aus“, sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben unserer Redaktion. Insbesondere der Bausektor erlebe einen Boom. Auch die Industrie profitiere von der anziehenden Investitionstätigkeit, sagt Wansleben.

Der Untersuchung zufolge sind die Absichten der Unternehmen im Osten, Leute einzustellen, so stark ausgeprägt wie nie zuvor. Fast jeder fünfte Betrieb plant mit einem höheren Personalbestand, nur etwa jeder elfte mit weniger Mitarbeitern. Als wahrer Leuchtturm gilt die Berliner Wirtschaft. Nirgendwo in Deutschland wollen die Firmen ihre Beschäftigungspläne so stark ausweiten wie in der Hauptstadt. „Insgesamt erwarten wir, dass die ostdeutschen Unternehmen 2017 rund 60 000 neue Stellen schaffen“, sagte Wansleben.

Dabei wächst sich allerdings auch im Osten der Fachkräftemangel zu einem Wachstumshemmnis aus. Mehr als die Hälfte der Betriebe in den neuen Ländern sieht nach Angaben des DIHK im Fehlen geeigneten Personals mittlerweile eine ernste Gefahr für seine Geschäfte. „Im schlimmsten Fall können Aufträge nicht abgearbeitet werden, oder Investitionen und Unternehmenserweiterungen unterbleiben“, klagte Wansleben.

In seiner jüngsten Konjunkturprognose sagt der DIHK für das laufende Jahr ein Wachstum von 1,8 Prozent in Deutschland voraus, 2,0 für die neuen Bundesländer.