Neuer Daimler-Chef Ola Källenius steht vor schwierigen Aufgaben.

Ära von Dieter Zetsche bei Daimler beendet : Zum Abschied eine Verbeugung

Auf der Daimler-Hauptversammlung endete gestern die Ära Zetsche.

Die Ära endet mit einem Lächeln und einer kleinen Verbeugung. Nach mehr als 13 Jahren an der Spitze hat sich gestern Dieter Zetsche als Vorstandschef bei Daimler verabschiedet. Unter Führung des 49 Jahre alten Schweden Ola Källenius geht der Stuttgarter Autobauer nun in das „Projekt Zukunft“, einen umfassenden Konzernumbau, der Daimler in der sich wandelnden Branche schneller und flexibler machen soll. Zum Abschied betonte Zetsche noch einmal die Notwendigkeit eines strikten Sparkurses. „Alles steht auf dem Prüfstand“, sagte der 66-Jährige bei der Hauptversammlung in Berlin.

Zetsche hatte schon im Februar „Gegenmaßnahmen“ angekündigt, nachdem der Konzern für 2018 einen herben Gewinneinbruch vermeldet hatte. Im gesamten Unternehmen müssten Kosten sinken und die Effizienz steigen. Details wird nun Källenius vorlegen müssen, der bislang Entwicklungschef bei Daimler war.

Alleine das Diesel-Thema habe 2018 einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag gekostet, sagte der ebenfalls scheidende Finanzchef Bodo Uebber. Am Ende waren unter dem Strich zwar immer noch fast 7,6 Milliarden Euro geblieben. An den langfristigen Zielen des Konzerns bemessen, ist das aber zu wenig. „Die neuen, zusätzlichen Technologien im Auto haben ihren Preis“, sagte Zetsche. Die Fahrzeuge für die Kunden nicht unerschwinglich werden zu lassen, sei nun die große Aufgabe. Ein Baustein dafür: Das „Projekt Zukunft“, mit dem der Konzern in den kommenden Monaten in drei rechtlich selbstständige Einheiten unter dem Dach der Daimler AG aufgeteilt werden soll. Zetsches Erfolge sind unter den Aktionären unbestritten, es gab gestern viel Applaus. Es sei auch keine ganz gewöhnliche Situation, gab Aufsichtsratschef Manfred Bischoff zu. Bischoffs Amtszeit endet in zwei Jahren, dann soll Zetsche dessen Posten übernehmen.

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