Lob von Aktionärsschützern: Nanogate hält hohes Wachstumstempo

Lob von Aktionärsschützern : Nanogate hält hohes Wachstumstempo

Der Göttelborner Oberflächenspezialist setzt – trotz Trump – große Hoffnungen auf seine neue US-Tochter.

Lob ist in der Regel nicht die Sache der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Das war gestern auf der Hauptverammlung der Nanogate-Aktionäre in Saarbrücken anders. „Der Aufschwung ist beachtlich“, sagte der DSW-Vertreter, der Frankfurter Rechtsanwalt Franz Ferdinand Badelt und fügte hinzu: „Vorstand und Aufsichtsrat verstehen ihr Handwerk.“ Nur eine höhere Dividende als die elf Cent pro Aktie wünschte er sich – spätestens im kommenden Jahr. Schließlich hatte sich der Gewinn des Göttelborner Spezialunternehmens für Hightech-Oberflächen im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2015 nahezu verfünffacht – auf rund 2,5 Millionen Euro. Viel Hoffnung machte ihm  Vorstandschef Ralf Zastrau jedoch nicht, auch wenn er eine Prüfung der Dividenden-Höhe zusagte. Denn für ihn steht etwas   anderes im Vordergrund: Das rasante Wachstum des Unternehmens soll weitergehen. Und dafür braucht es das verdiente Geld: Investitionen in neue Technologien und die weitere Internationalisierung wollen finanziert sein.

Im vergangenen Jahr war der Umsatz um knapp 24 Prozent auf den Rekordwert von rund 112,5 Millionen Euro gestiegen. Für dieses Jahr peilt Zastrau mehr als 160 Millionen Euro an. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) soll einen Sprung von 12,4 auf über 18 Millionen Euro machen. „Bisher liegen wir voll auf Kurs“, bekräftigte der Vorstandschef die Prognose mit Blick auf die ersten sechs Monate des Jahres. Eine neue Zielmarke für den Umsatz, den Nanogate mittelfristig erreichen möchte, gab er noch nicht aus. Man muss aber kein Prophet sein, um vorherzusehen, dass die Schwelle von 200 Millionen Euro recht bald erreicht sein dürfte. Die Nachfrage nach hochwertigen Beschichtungen sei stark, sagte Zastrau.

Große Hoffnungen setzt die Nanogate-Spitze auf das neu zugekaufte US-Unternehmen Jay Plastics. Mit der Übernahme der Mehrheit an der Firma aus Ohio sei „ein Meilenstein gelungen“, sagte Nanogate-Vostandsmitglied Michael Jung. Es handele sich um „das US-ameri­kanische Gegenstück zu unseren bisherigen Aktivitäten und eine echte Perle“. Durch den Zukauf sei Nanogate „in Nordamerika und Europa die erste Adresse für design-orientierte Oberflächen und Komponenten in höchster optischer Qualität“.

Die Internationalisierung hat so einen Schub erhalten. Ohio sei der weltweit größte Standort des Unternehmens. Rund 400 Mitarbeiter seien hinzugekommen. Inzwischen habe Nanogate insgesamt mehr 1200 Beschäftigte – davon rund 100 im Saarland, sagte Jung. Zastrau hofft nicht nur auf mehr Geschäft auf dem nordamerikanischen Markt. Jay Plastics habe auch gute Geschäftsbeziehungen zu Kunden aus Asien. Die Drohungen von US-Präsident Donald Trump, sein Land stärker abzuschotten, schrecken Zastrau offenbar nicht.  „Wir sehen mehr Chancen als Risiken.“

Ralf Zastrau, Vorstandschef von Nanogate Foto: Dominik Eder/Nanogate. Foto: Nanogate AG/Dominik Eder

Nanogate entwickelt und produziert Beschichtungen für die verschiedensten Produkte, zum Beispiel für Autoteile, Möbel, Haushaltsgeräte oder  Medizintechnik. Das Unternehmen gibt dabei den Oberflächen nicht nur Eigenschaften, wie etwa  Kratzfestigkeit oder Korriosionsbeständigkeit. Im Mittelpunkt stehen hochwertige Metallbeschichtungen  und die Ausstattung von Kunststoffen mit glasartigen Eigenschaften.

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