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Nach Paris nur mit Öko-Vignette

Nach Paris nur mit Öko-Vignette

Wer in Paris mit dem Auto unterwegs ist, braucht seit heute eine Umweltplakette. Auch Saarländer mit einem deutschen Kennzeichen sollten sich die Vignette bis April besorgen. Sonst drohen Geldstrafen.

So schlimm wie in China ist es noch nicht, doch die letzten Bilder von im Smog versunkenen Paris sind erst ein paar Wochen her. Als die Luftverschmutzung im Dezember besonders stark wurde, durfte nur die Hälfte der Autos in Paris fahren - an einem Tag diejenigen, bei denen die letzte Ziffer im Nummernschild gerade ist, am folgenden Tag solche mit ungerader Ziffer. Beim nächsten Smogalarm wird der Verkehr nicht mehr durch das Nummerschild eingeschränkt, sondern dadurch, welche Wagen am schmutzigsten sind. Seit heute ist in der französischen Hauptstadt die Umweltplakette Crit' Air Pflicht.

Die Einführung dieser Plakette ist Teil des französischen Gesetzes zur Energiewende. Dieses erlaubt den Städten, Umweltzonen mit eingeschränktem Verkehr (Zones à circulation restreinte, ZCR) einzurichten. Das Ziel ist es, die durch Feinstaub und Abgase entstehende Luftverschmutzung zu verringern. Die Fahrzeuge werden je nach Jahr der ersten Zulassung und nach Abgaswerten (laut europäischer Norm Euro 1 bis 6) in sechs Kategorien eingestuft. Am besten kommen die Fahrzeuge mit der grünen Umweltplakette durch - die E-Autos, die jederzeit durch Paris düsen dürfen.

Nicht nur Privatwagen müssen eine Umweltplakette unter der Windschutzscheibe kleben haben, diese Pflicht gilt auch für Lkw und Busse. Lediglich Rettungsdienste, Polizei und Menschen mit einem Parkausweis für Behinderte sind davon ausgenommen.

Die Pflicht-Vignette kostet 3,70 Euro zuzüglich Versandkosten und wird vom französischen Umweltministerium ausgestellt. Wer sich nicht an die neue Regelung hält, riskiert ein saftiges Bußgeld von 68 Euro für Autofahrer und 135 für Lkw- oder Busfahrer. Diese Geldstrafen würden auch im Ausland eingetrieben, teilt die Touristeninformation Atout France mit. Doch saarländische Autotouristen , Busreise-Unternehmer und Speditionsbetriebe haben noch ein paar Monate Zeit, um sich die Vignette zu besorgen. Bei Autos mit einem ausländischen Kennzeichen wird bis zum 1. April ein Aufschub gewährt. Wer zudem ab dann mit einem alten Fahrzeug nach Paris reist, könnte eine böse Überraschung erleben. Denn Autos, die vor 1997 zugelassen wurden, bekommen keine Umweltplakette.

Weitere Städte wollen folgen, unter anderem Straßburg. Die Einführung der Umweltplakette sei das Ziel, dennoch habe man noch keinen konkreten Termin festgelegt, heißt in der Europastadt. Metz hingegen sieht bisher keine Notwendigkeit. "Bei eventueller akuter Luftverschmutzung informieren wir die Bürger über praktische Empfehlungen im Internet und auf unseren Infotafeln in der Stadt. Es ist auch möglich, im Zusammenarbeit mit dem Verkehrsbund Le Met' zu erreichen, dass an diesen Tagen die Fahrkarten verbilligt oder kostenlos sind", erklärt Stadtpressesprecher Vincent Babin.

Die Umweltplakette Crit'air kann man online bestellen. Für ausländische Fahrzeuge soll dieser Service Ende Januar freigeschaltet werden: www.certificat-air.gouv.fr/

demande/cgu