Schnelles Internet-Funknetz Nach 5G-Auktion startet der Ausbau

Bonn/Saarbrücken · (dpa/red) Nach dem Ende der 5G-Mobilfunkauktion ist der Weg frei für ultraschnelle Netze in Deutschland. Erste Masten wurden bereits testweise aktiviert, weitere werden dieses Jahr dazukommen. 2020 dürfte der Ausbau an Fahrt aufnehmen.

Einzelheiten wollten die Firmen noch nicht bekanntgeben. „Wir sind intensiv daran, den 5G-Netzstart vorzubereiten“, sagte Telekom-Deutschlandchef Dirk Wössner. Vor allem für die Industrie ist 5G wichtig, aus Sicht des Telekom-Managers wird es aber auch für Privatkunden an Bedeutung gewinnen.

Heino Klingen, Hauptgeschäftsführer der saarländischen Industrie- und Handelskammer, sieht nach dem Ende der Versteigerung den Weg frei für die Errichtung des Mobilfunknetzes der Zukunft: „Wichtig ist jetzt, dass die Telekommunikationsunternehmen auch von den Kommunen ausreichend freie Flächen für die Aufstellung der zusätzlichen Masten erhalten“, sagte er.

Am Mittwoch war die längste 5G-Frequenzauktion Deutschlands nach mehr als zwölf Wochen zu Ende gegangen. Die Telekom, Vodafone, Telefónica und Drillisch müssen insgesamt rund 6,6 Milliarden Euro zahlen. Erwartet worden waren nur drei bis fünf Milliarden Euro.

Das Ergebnis der Auktion sorgte keineswegs für Feierlaune in der Branche. Die Netzbetreiber monierten die hohen Kosten – nun fehle das Geld für den Ausbau. Nach Berechnung von Telekom und Vodafone könnte man mit dem Geld, das an den Bund gezahlt wird, circa 50 000 Mobilfunkstationen bauen.

Vodafone-Deutschlandchef Hannes Ametsreiter sagte am Mittwochabend bei der Inbetriebnahme einer 5G-Station zu Testzwecken in Düsseldorf: „Vom Planen und Bieten geht es jetzt endlich ans Machen.“ Zu Beginn werde Vodafone 5G vor allem in die Industrie bringen, sagte der Manager.

Mit Blick auf das anziehende Tempo beim Mobilfunk-Ausbau äußerte Telekom-Manager Wössner Bedenken. „Wir haben erhebliche Probleme, die passenden Standorte für 4G und 5G anzumieten und zu errichten“, sagte er. Auf kommunaler Ebene gebe es erhebliche Widerstände. So würden vielerorts neue Antennen aus ästhetischen Gründen abgelehnt. Auch würden sich die Genehmigungsverfahren oft sehr in die Länge ziehen.

(dpa)
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