Mozart zum Abschied

Das Programm der Deutschen Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern für die Spielzeit 2016/17 mit insgesamt 67 Konzerten steht. Es ist die letzte Saison für Chefdirigent Karel Mark Chichon.

"Wir sind auf der Zielgeraden" - mehr war Benedikt Fohr, dem Orchestermanager der Deutschen Radio Philharmonie, nicht zu entlocken, als er nach dem Nachfolger von Chefdirigent Karel Mark Chichon gefragt wurde. Chichon, seit 2011 im Amt, hat sich für sein verbleibendes Dienstjahr noch viel vorgenommen. Er wird den CD-Zyklus mit allen Sinfonien von Antonin Dvorák vervollständigen und will uns ausgerechnet zu Weihnachten spanisch kommen, mit Zarzuelas. "Wenn man sie hört, kann man einfach nur lächeln", sagt er, "und genau darum sollte es an Weihnachten gehen." Als Solistin ist die amerikanische Sopranistin Angel Blue zu hören, die als neue Leontyne Price gefeiert wird. Ansonsten kommt die neue Geigerhoffnung Sergej Krylov mit dem Violinkonzert von Brahms an die Saar, der Hornist Felix Klieser mit Mozart und der Pianist Dezsö Ranki mit Beethovens 5. Klavierkonzert. In der "SWR Konzertreihe Mannheim" und beim Festival der Nationen in Bad Wörishofen sind die Pianisten Gabriela Montero und Nikolai Tokarev wie auch die Sängerin Elina Garanca zu erleben. Und für sein Abschiedskonzert am 11. Juli 2017 hat Chichon die drei letzten Mozart-Sinfonien aufs Programm gesetzt.

Doch da kommen noch weitere international gefeierte Solisten: Sänger wie José Cura, Simone Kermes, Sonya Yoncheva, Piotr Beczala sowie Juliane Banse, die Geigerin Natalia Prishepenko und der Pianist Martin Stadtfeld. Am Dirigentenpult wird das Publikum auch dem Ehrendirigenten der DRP, Stanislaw Skrowaczewski, begegnen, der die jeweils erste Sinfonie von Beethoven und Schostakowitsch einander gegenüberstellt. Während weitere Dirigenten wie Josep Pons, Mario Venzago und Kazuki Yamada hier schon wohlbekannt sind, absolvieren andere ihr DRP-Dirigier-Debüt: der Peruaner Miguel Harth-Bedoya, der Brite Michael Francis und die junge koreanische Dirigentin Shiyeon Sung, mit der die DRP im September zu ihrer dritten Korea-Tournee aufbricht. In Seoul werden die Musiker im Arts Center und in der dann gerade fertiggestellten Lotte Hall auftreten - mit ihren mehr als 2000 Plätzen und ihrer Rieger-Orgel mit 5000 Pfeifen ein weiterer Superlativ der boomenden Kulturlandschaft Asiens. Zu den Solisten in Korea zählt auch der Saarbrücker Basilika-Kantor Bernhard Leonardy, der den Solopart in der "Orgelsinfonie" von Camille Saint-Saëns spielen wird.

Zwei besondere Höhepunkte: am 2. Februar 2017 Bruckners Te Deum und die Alt-Rhapsodie von Brahms mit der Gaechinger Cantorey und als China-Schwerpunkt das Eröffnungskonzert der Musikfestspiele Saar am 31. März. Daneben wird das große sinfonische Repertoire mit Werken von Tschaikowsky, Richard Strauss, Schostakowitsch und Beethoven in den Soirée-Abonnements am Freitagabend zu hören sein. Zugleich aber erfüllt die DRP ihre traditionelle Aufgabe, als Rundfunkorchester neue Entwicklungen der Zeitgenössischen Musik hörbar zu machen. Auftragswerke kommen von dem Letten Andris Dzenitis, der Chinesin Lin Wang (Schülerin des früheren Saarbrücker Kompositionsprofessors Theo Brandmüller) sowie dem Luxemburger Claude Lenners und Philippe Manoury aus Frankreich. Auch Teilnehmer der SR-Komponistenwerkstatt, einer inzwischen deutschlandweit nachgeahmten Initiative, sind beteiligt. Und das 1937/38 geschriebene Concertino für Violine und Orchester des jüdischen Exilkomponisten Werner Wolf Glaser erlebt nach acht Jahrzehnten seine Uraufführung.

Das Programm gibt es

an den Vorverkaufsstellen.