Millionen mit 24 Türchen

Sie sind aus der Weihnachtszeit kaum wegzudenken. Ob für Kinder, Erwachsene oder sogar Tiere. Adventskalender sind für die Hersteller ein wachsendes Geschäft. Viele haben inzwischen sogar zwei Adventskalender.

Für die meisten Kinder in Deutschland gehört er zur Weihnachtszeit dazu: der Adventskalender . Die 24 Türchen sind noch immer am häufigsten mit Schokolade gefüllt. Doch inzwischen gibt es die Kalender in fast allen denkbaren Varianten. Rund 80 Millionen Adventskalender werden nach Angaben des Handelsverbandes Sweets Global Network (SGN) in Deutschland produziert. Davon würden rund 50 Millionen in Deutschland verkauft, der Rest exportiert. Etwa 80 Prozent der deutschen Kinder bekommen demnach einen Adventskalender . Laut dem Marktforscher Nielsen kostet ein Kalender hierzulande im Schnitt knapp vier Euro, und die Deutschen geben dafür insgesamt knapp 68 Millionen Euro aus.

Süßigkeiten: Schokolade , Marzipan, Bonbons und Co. machen noch immer den Löwenanteil aus. 88 Prozent der Kalender sind laut SGN mit Süßwaren gefüllt. Der Renner sind immer noch die einfachen Milchschokolade-Kalender. Aber auch teure Kalender mit Markenschokolade werden immer beliebter. "So ein Edelkalender kann zwischen 50 und 80 Euro kosten", sagt SGN-Sprecher Martin Heinen. Jeder bekannte Hersteller hat inzwischen Adventskalender im Programm. "Und die Produkte in den Kalendern werden immer aufwendiger", sagt Solveig Schneider vom Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie. Für Erwachsene gibt es etwa Pralinen mit Alkohol, dunkle Schokolade oder Schoko aus nachhaltiger Produktion.

Spielwaren: Ob Lego, Barbie oder Play-Doh - es gibt kaum einen Spielwarenhersteller ohne eigenen Adventskalender . Den Anfang machte Playmobil 1996. Seitdem wird das Geschäft für die Hersteller immer wichtiger: 2014 wurden nach Angaben des Marktforschungsunternehmens Npd Group in Deutschland 22 Millionen Euro Umsatz mit Spielwaren-Adventskalendern erzielt, 2015 waren es bereits 28 Millionen Euro. Der Deutsche Verband der Spielwaren-Industrie (DVSI) schätzt den Umsatz zuletzt sogar auf 35 Millionen Euro. Die große Vielfalt ist der Clou: Für Mädchen oder Jungs, für Star-Wars- oder Disney-Fans, für Kleinkinder und Teenager ist was dabei. Viele Menschen hätten inzwischen sogar zwei Adventskalender - einen gekauften und einen selbst gebastelten, sagt DVSI-Geschäftsführer Ulrich Brobeil.

Lebensmittel: Neben Süßigkeiten finden sich auch alle möglichen anderen Arten von Lebensmitteln in Adventskalendern: Die Palette reicht von Tee über Biersorten bis zu Südtiroler Speck, Marmelade, Gewürzen und Salz-Sorten aus aller Welt.

Kosmetik : Auch die Beauty-Branche ist inzwischen auf das Geschäft mit Adventskalendern gekommen. Einige Hersteller produzieren eigene Kalender, andere platzieren ihre Artikel in gemischten Kalendern von Drogeriemärkten. "Die Kalender sind ein wichtiger Teil des Weihnachtsgeschäfts für die Hersteller", sagt der Geschäftsführer des VKE-Kosmetikverbands, Martin Ruppmann. Früher habe es Geschenkboxen geben, heute würden eher Adventskalender gekauft. Ruppmann beobachtet die Entwicklung erst seit rund drei Jahren. Genaue Zahlen zum Umsatz mit den 24 Türchen gibt es noch nicht.

Tiere, Elektronik und Sex-Spielzeug: Und wer Schokolade und Spielzeug satt hat, kann auch ganz andere Produkte im Adventskalender bekommen: Zubehör für erotische Stunden oder auch ein Leckerli für den Hund. Die Tierfachmarkt-Kette Fressnapf etwa bietet schon seit mehr als zehn Jahren Adventskalender mit "Snacks" für Hunde, Katzen und Nager an. Besonders gefragt sei der Kalender für Hunde, sagte ein Sprecher. Für knapp fünf Euro ist dieser im Gegensatz zum Erotik-Adventskalender von Amorelie auch ein Schnäppchen. Für das Sexspielzeug muss man 130 Euro ausgeben.

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