Mehr Komfort zum Jubiläum

Frankfurt-Saarbrücken-Paris : Mehr Komfort zum Jubiläum

Auch im zehnten Jahr der Hochgeschwindigkeitsverbindung Frankfurt-Saarbrücken-Paris steigt die Zahl der Reisenden.

Am Jubiläumszug zum Gare de l'Est in Paris erinnert zunächst nichts an Hochgeschwindigkeit. Nach dem derzeit vorgeschriebenen Halt aller Züge in Forbach und einer Sicherheitskontrolle der Polizei nach den Terroranschlägen in Frankreich ,,gurkt" der Zug bis ins lothringische Baudrecourt mit Tempo 80 vor sich hin. Ein Unding, wie zahlreiche Ehrengäste feststellen. Doch noch immer haben die Franzosen diesen Streckenabschnitt noch nicht auf Hochgeschwindigkeit ausgebaut.

Während man bis Baudrecourt gemütlich Bauern auf den Feldern zusehen kann, rasen ab dann ganze Dörfer und Häuser im Sekundentakt vorbei. Der Zug beschleunigt auf über 300 Stundenkilometer. Und kaum hat man seine Mahlzeit verzehrt und etwas getrunken, kommen schon fast die Vororte von Paris in Sicht. Auf unter zwei Stunden ist die Seine-Metropole an das Saarland herangerückt.

Birgit Bohle, Vorstandsvorsitzende der DB Fernverkehr AG, strahlt, als sie bei der Zugtaufe des jüngsten ICE der internationalen Flotte im Gare de l'Est auf den Namen ,,Paris" von einer ,,Erfolgsgeschichte" spricht. 16 Millionen Fahrgäste haben in den vergangenen zehn Jahren schon die Gelegenheit genutzt, zwischen den Städten hin und her zu fahren. Und nach einem relativ schwachen Jahr 2016 wegen der Terroranschläge in Paris soll es 2017 wieder kräftig aufwärts gehen. Im Jubiläumsjahr rechnet die Deutsche Bahn mit zwei Millionen weiteren Reisenden auf der internationalen Verbindung. Und auch in Sachen Komfort gibt es Verbesserungen. Alle grenzüberschreitenden ICE und TGV sollen durchgehend mit WLAN ausgerüstet sein. Zudem fahren die neuesten ICE der Baureihe 407. So soll die Zahl der Zugausfälle auf unter ein Prozent sinken.

Seit der Einführung des regelmäßigen ICE und TGV nach Paris sind die Fahrgastzahlen nach Angaben von Vorstand Bohle um über 60 Prozent gestiegen. Und zum Jubiläum sollen auch die Bahnnutzer ein besonderes "Bonbon" bekommen. Bis einschließlich 10. Juni gibt es bei der Deutschen Bahn und der französischen SNCF je 10 000 Tickets für 29 Euro in der 2. Klasse und 39 Euro in der ersten Klasse. Sie gelten von allen deutschen Bahnhöfen nach Paris bis einschließlich 30. September. Notwendig ist lediglich die Festlegung auf einen bestimmten Zug. Auch Patrick Jeantet, Mitglied des Konzernvorstandes der SNCF, würdigte während der Zugtaufe die Hochgeschwindigkeitsverbindung als einen wichtigen Beitrag, Deutschland und Frankreich im Zeitalter Europas noch stärker zusammenzubringen.

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