Luxair unter hohem Druck der Billigflieger

Luxemburg : Luxair unter hohem Druck der Billigflieger

Die Luxemburger Airline hat kein Interesse an der Wiederaufnahme der Strecke Saarbrücken-Berlin.

Die luxemburgische Fluggesellschaft Luxair hat zunehmend mit Billig-Konkurrenz zu kämpfen. Sie macht dem Platzhirschen mit seinen über 1,8 Millionen Passagieren das Geldverdienen im Linienverkehr zusehends schwerer. Die Passagierflugsparte verbuchte für das vergangene Jahr ein Minus von 8,8 Millionen Euro, sagte gestern Luxair-Vorstandschef Adrien Ney bei der Bilanzvorlage. 2015 betrug der Verlust  3,6 Millionen Euro. Der Luxemburger Flughafen Findel wurde in den vergangenen Jahren zunehmend von Billigfliegern wie Easyjet und Ryanair als interessanter Standort entdeckt. Aktuell bieten die Billigheimer 68 Wochenflüge ab Luxemburg an. Mit der spanischen Volotea kommt 2017 noch ein weiterer Billigflieger hinzu. Die Luxair-Linienflugsparte war 2007 zum letzten Mal in den schwarzen Zahlen.

Als weitere Gründe für das gestiegene Minus nannte Ney den ertragfressenden Wettbewerb mit dem einstigen Luxair-Miteigentümer Lufthansa auf der München-Strecke sowie den Wegfall der Frankfurt-Verbindung, die ebenfalls von Lufthansa übernommen wurde. Luxair fällt es offenbar schwer, als klassische Netzwerkgesellschaft mit den Preisen der Billigheimer mitzuhalten.

Die Touristiksparte Luxair Tours verbuchte weniger Gewinn. Nach knapp vier Millionen Euro in 2015 waren es 2016 noch 2,2 Millionen Euro. In diesem Jahr  werde Luxair Tours aber wieder einen deutlich höheren Ertrag beisteuern, sagte Luxair-Tours-Chef Alberto Kunkel. Die Sparte Frachtabfertigung, Luxair Cargo  erzielte mit 2,6 Millionen Euro Plus ein etwa gleich hohes Ergebnis wie 2015. Unterm Strich betrug das operative Ergebnis des Gesamt-Konzerns 1,3 Millionen Euro (Vorjahr: 6,4 Millionen). Ney will den Billigfliegern trotzen und kündigte höheres Tempo für die gesamte Gruppe an: „Wir müssen schneller werden.“ Für 2017 erwartet er ein siebenprozentiges Wachstum der Passagierzahlen und ein deutlich besseres Ergebnis.

An einer Wiederaufnahme der Strecke Saarbrückern-Berlin durch die Luxair, falls Air Berlin ausfallen würde, zeigte Ney kein Interesse: „Wir wurden seitens des Saarlandes dazu auch bis heute nicht kontaktiert.“  Dafür hätte man auch kein Flugzeug frei. Freude dagegen hat der Konzernchef an der Verbindung Luxemburg-Saarbrücken-Hamburg, die überwiegend von Saarländern genutzt werde. „An dieser Strecke werden wir festhalten.“