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Land verspricht bessere Infrastruktur

Land verspricht bessere Infrastruktur

Die Spitzenvertreter der saarländischen Kammern und Wirtschaftsverbände sind davon überzeugt, dass das Saarland eigenständig bleiben kann. Der Standort sei besser als sein Ruf.

Eine breit angelegte Infrastruktur-Offensive ist eine der wichtigsten Voraussetzungen dafür, dass sich die saarländische Wirtschaft auch in Zukunft gut behaupten kann. Darauf verständigten sich gestern die Landesregierung und die Vertreter der Wirtschaft in einem Spitzengespräch. "Das umfasst die Modernisierung der Bundes- und Landstraßen, aber auch Investitionen in den Breitband-Ausbau sowie zusätzliche Industrie- und Gewerbegebiete, um investitionswilligen Unternehmen auch entsprechende Flächen anbieten zu können", betonte Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD ).

Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU ) sagte zu, dass die Landesregierung alles tun werde, um die Schuldenbremse einzuhalten. Wenn dies gelinge, könne das Land nach 2020 noch stärker als bisher Investitionen in Angriff nehmen, die den Wirtschaftsstandort Saarland stärken.

Der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Saar, Heino Klingen, sprach sich dafür aus, dass die Kommunen finanziell so ausgestattet werden, "dass sie ihren gesellschaftlichen Aufgaben gerecht werden können". Dies dürfe allerdings nicht dadurch geschehen, dass die Städte und Gemeinde ihre Gewerbesteuersätze auf breiter Front anheben.

Problem Facharbeitermangel

Oswald Bubel, Präsident der Vereinigung der Saarländischen Unternehmensverbände (VSU), machte sich für eine schlankere Verwaltung stark, um die Bürokratiekosten der Unternehmen zu senken. Dies müsse nicht automatisch bedeuten, dass die Zahl der Landkreise und Kommunen verkleinert wird. Dies könne auch bedeuten, dass "Doppelstrukturen auf den verschiedenen Ebenen der Verwaltung unter die Lupe genommen und abgeschafft werden".

Der Präsident der Handwerkskammer (HWK) des Saarlandes, Bernd Wegner , forderte noch mehr Anstrengungen, um den Facharbeitermangel zu beseitigen. Dazu gehöre auch, dass "die berufliche und akademische Ausbildung gleichgestellt werden müssen", betonte er. "Der zunehmende Akademisierungsgrad geht am tatsächlichen Bedarf der Wirtschaft vorbei."

Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer sagte eine Fortsetzung der Innovationsstrategie zu - mit den Schwerpunkten Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT), Automotive und Industrieproduktion sowie Gesundheitswirtschaft und Materialwissenschaften. Wirtschaftsministerin Rehlinger rief die Vertreter der Wirtschaft dazu auf, den Standort Saarland offensiv nach außen zu verteidigen. "Wir sollten das Land nicht schlechter reden als wir sind." Dies sei eine wichtige Voraussetzung dafür, dass auch Fachkräfte von außen mit ihren Familien ins Saarland ziehen. Diese würden gebraucht, denn ohne genügend Facharbeiter würden sich auch keine Firmen ansiedeln.