Lagarde kommt wohl ungeschoren davon

Lagarde kommt wohl ungeschoren davon

Im Prozess gegen IWF-Chefin Christine Lagarde hat sich die Staatsanwaltschaft gegen eine Verurteilung ausgesprochen. Die Verhandlung habe Vorwürfe gegen die Präsidentin des Internationalen Währungsfonds (IWF) nicht gestützt, sagte Generalstaatsanwalt Jean-Claude Marin gestern vor dem Pariser Gerichtshof der Republik. Lagarde wird vorgeworfen, in ihrer Zeit als französische Wirtschafts- und Finanzministerin durch fahrlässiges Handeln eine Veruntreuung öffentlicher Gelder ermöglicht zu haben. Sie hatte grünes Licht für ein Schiedsverfahren gegeben, das dem Geschäftsmann Bernard Tapie 2008 mehr als 400 Millionen Euro Entschädigung zusprach. Inzwischen ermittelt die Justiz wegen Betrugsverdachts gegen mehrere Beteiligte. Es soll Verbindungen zwischen Tapie und einem der Schiedsmänner gegeben haben. "Es ist schwierig, Frau Lagarde eine Nachlässigkeit vorzuwerfen", sagte Staatsanwalt Philippe Lagauche. In dem Schiedsverfahren zum jahrelangen Rechtsstreit mit Tapie sei es darum gegangen, schnell eine Lösung zu finden. "Sie (Lagarde) hat nichts verhandelt." Marin sprach von einer "schlechten Entscheidung", die aber kein strafrechtliches Delikt sei. Es ergebe sich allenfalls eine politische Verantwortlichkeit.