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Längeres Kurzarbeitergeld: Saar-Wirtschaft fordert weitere Corona-Hilfen

Kostenpflichtiger Inhalt: Groko verlängert Kurzarbeitergeld : Saar-Wirtschaft fordert weitere Corona-Hilfen

Die Groko-Beschlüsse zum Kurzarbeitergeld finden im Saarland Lob. Doch es gibt auch neue Ideen gegen die Krise.

Die Einigung der Groko in Berlin auf eine Verlängerung des Kurzarbeitergeldes und weitere Hilfen gegen die Corona-Krise sind im Saarland von Wirtschaft und Politik mit Erleichterung aufgenommen worden. Angesichts der finanziellen Probleme vieler Unternehmen sei die Verlängerung des Kurzarbeitergeldes das richtige Signal, um die Stammbelegschaften „über das tiefe Konjunkturtal zu retten“, erklärte gestern IHK-Geschäftsführer Carsten Meier. Es sei wichtig, „dass die Mitarbeiter an  Bord“ blieben, sagte auch der Chef der Saar-Unternehmensverbände (VSU), Martin Schlechter.  Die Koalitionsspitzen in Berlin hatten sich am späten Dienstagabend darauf geeinigt, das Kurzarbeitergeld bis Ende 2021 von regulär zwölf auf bis zu 24 Monate zu verlängern. Die saarländische Arbeitskammer (AK) lobte, dass dabei Betriebe die Sozialversicherungsbeiträge bis Mitte 2021 weiter komplett erstattet bekämen und sich diese Regelung verlängere,  sofern Kurzarbeit mit Weiterbildung verbunden werde. Das sei gerade im Strukturwandel eine zukunftsorientierte Maßnahme, betone AK-Hauptgeschäftsführer Thomas Otto.

Seit Beginn der Corona-Krise haben im Saarland nach Angaben der IHK 11 500 Betriebe für 156 700 Beschäftigte Kurzarbeit bei der Agentur für Arbeit beantragt. IHK-Geschäftsführer Meier mahnte nun, Unternehmen bräuchten auch Anreize für Investitionen in neue zukunftsfähige Arbeitsplätze. Er regte an, dass der Bund bis Ende 2021 die Sozialversicherungsbeiträge für jeden neuen Arbeitsplatz in den ersten sechs Monaten übernimmt. Das könnte den Strukturwandel im Land unterstützen, so Meier.

Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) lobte auch die Verlängerung der Überbrückungshilfen für kleine und mittelständische Betriebe bis Ende des Jahres. Die Bundesregierung müsse im Herbst aber „genau hinschauen“, welche Branchen zielgenau weitere Hilfe benötigten. Rehlinger nannte Gastronomie, Reise- und Veranstaltungsbranche und Automobilindustrie, „insbesondere die Zulieferer“.