Küs bringt Rechenzentrum an den Start

Küs bringt Rechenzentrum an den Start

Weil sie ihre sensiblen Daten nicht an einen externen Dienstleister auslagern wollte, hat die Prüforganisation Küs ihr eigenes Rechenzentrum gebaut. Gestern ist es an den Start gegangen.

Mit einem zehn Millionen Euro teuren Rechenzentrum im Gewerbegebiet Holz bei Losheim hat die Prüforganisation Küs gestern ein neues Geschäftsfeld auf den Weg gebracht. Sie wird nicht nur ihre eigenen Daten in dem neu gebauten Hochsicherheits-Zentrum speichern, die Küs wird diese Leistung auch anderen Unternehmen anbieten.

Der Bau des Rechenzentrums ist aus einer gesetzlichen Verpflichtung entstanden. Als Prüforganisation ist die Küs nicht nur für 3,8 Millionen Kfz-Hauptuntersuchungen sowie weitere technische Prüfungen zuständig, sie erstellt unter anderem auch Gutachten, beschäftigt sich mit Umweltthemen ebenso wie Unfallverhütung. Und überall fallen sensible Daten an. Da die Küs angesichts der IT-Sicherheitsgesetze verpflichtet ist, diese entsprechend sicher zu speichern, sei die Idee entstanden, selbst in ein Rechenzentrum zu investieren, sagt Küs-Chef Peter Schuler. "Wir haben schützenswertes Wissen, und eine externe Speicherung kam für uns nicht infrage."

Im Ergebnis hat die Küs nun in neun Monaten Bauzeit ein Rechenzentrum errichtet, das, wie Schuler sagt, modernsten Sicherheitsvorschriften genügt. Das Gebäude ist nicht nur parallel an zwei Glasfaser-Netze angebunden, auch die Stromversorgung ist mehrfach abgesichert. "Das zieht sich bei uns durch bis hin zur doppelten Klimaanlage", sagt Geschäftsführungs-Assistent Stefan Schuler. Und echte Zäune schützen ebenso wie virtuelle Zäune vor Datendiebstahl .

Da die Küs mit ihren Daten nur einen Teil des Rechenzentrums nutzt, wollen Schuler und sein Team nun auch externe Kunden werben, die Dienstleistung in Anspruch zu nehmen. Drei Vertriebsmitarbeiter sind extra dafür abgestellt. Unternehmen, die Rechen- und Speicherkapazität mieten wollen, sind ebenso im Fokus, wie saarländische Kommunen. Mit Losheim und Weiskirchen gebe es bereits Gespräche, sagt Schuler.

Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU ) sagte zu, eine solche Kooperation zu prüfen: "Das fällt mir leichter, wenn es entsprechende Anbieter im Saarland gibt", sagte sie gestern. Bei der Einweihung zeigte sie sich besonders beeindruckt von der kurzen Bauzeit : "Es gibt noch Bauwerke im Land, die im Kosten- und Zeitrahmen fertiggestellt werden."