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Kronzeugen belasten offenbar Ex-VW-Chef Martin Winterkorn

Kronzeugen belasten offenbar Ex-VW-Chef Martin Winterkorn

Im Skandal um manipulierte Abgaswerte bei VW könnte der frühere Vorstandschef Martin Winterkorn der "Süddeutschen Zeitung" zufolge deutlich früher über die Vorgänge informiert gewesen sein als bisher bekannt. Demnach haben Kronzeugen im Gespräch mit US-Ermittlern ausgesagt, sie hätten 2012 und 2014 mit einem Vertrauten Winterkorns über eine illegale Software in Diesel-Fahrzeugen auf dem US-Markt gesprochen. Einer der Zeugen habe gesagt, er sei davon ausgegangen, dass dies an den Vorstandschef weitergereicht werde. 2014 soll der Vertraute Winterkorns sogar gesagt haben: "Ich muss mit dem Chef sprechen." Die Kronzeugen sind den Angaben zufolge Ingenieure aus der Diesel-Entwicklung, die bei den Manipulationen mitgewirkt haben. Nach offizieller Darstellung von VW erfuhr Winterkorn erst im Spätsommer 2015 von den Vorgängen.

Ein wegen mutmaßlicher Beteiligung am Abgas-Skandal in Florida festgenommener VW-Manager bleibt in Haft. Dem Deutschen droht im härtesten Fall eine Haftstrafe von 169 Jahren. Ihm wird unter anderem der Versuch vorgeworfen, Abgas-Manipulationen zu vertuschen.