Konkurrenten kämpfen verstärkt um Thomas-Cook-Kunden

Reiseveranstalter werben Thomas-Cook-Kunden ab : Werben um Thomas-Cook-Kunden

Nach der Insolvenz der deutschen Thomas Cook werden die Karten auf dem Reisemarkt neu gemischt. Während die Oberurseler ums Überleben kämpfen, bauen Tui, DER Touristik, Alltours und Co. ihre Kapazitäten aus und buhlen um Thomas-Cook-Kunden.

Die deutsche Thomas Cook arbeitet daran, ab 1. Dezember wieder operativ tätig zu sein und Reisen ab Jahresbeginn 2020 anbieten zu können. Zugleich hofft Branchenprimus Tui auf 500 000 neue Kunden. Das Unternehmen wolle deshalb mehr Angebote in beliebten Urlaubsregionen schaffen. In der Türkei, Griechenland, auf den Balearen sowie den Kanaren würden neue Verträge mit Hotels geschlossen. Zudem will der weltgrößte Touristikkonzern mehr Flüge aus Deutschland anbieten. Konkurrent Alltours hat sich einen großen Teil der Hotel- und Bettenkontingente der deutschen Cook-Töchter Neckermann Reisen, Öger Tours, Bucher Reisen und Air Marin gesichert. „Auf diese Weise muss kein Kunde in seinem Urlaub auf sein gewohntes Hotel verzichten“, wirbt Karsten Fricke, Direktor Hoteleinkauf bei Alltours. Auch Schauinsland Reisen hat zusätzliche Hotels unter Vertrag genommen.

Bislang hat Thomas Cook Reisen bis zum Jahresende abgesagt. Pauschalurlauber können bis einschließlich 31. Dezember nicht starten, auch wenn sie schon bezahlt haben. Für zusätzlichen Ärger sorgt, dass Betroffene nicht mit einer vollen Erstattung ihres Geldes rechnen können. Angesichts der Turbulenzen wirbt die Branche um Vertrauen von Kunden und Geschäftspartnern. „Wir sind eine starke Gruppe, und wir geben für unsere Veranstalterreisen unser Wort“, betont DER-Touristik-Chef und Rewe-Vorstandsmitglied Sören Hartmann. „Urlauber, Hotel-, Airline- und Reisebüropartner können gewiss sein: Sie können sich auf uns verlassen.“ Die DER Touristik, die zur Rewe Group gehört, zahlt zudem Reisebüros bis Ende Oktober zwei Prozent mehr Provision für Neubuchungen, die von Thomas-Cook-Kunden kommen.