Kommentar Der Wechsel wird nicht einfach

Der Vorstoß der G20-Staaten für ein neues Steuersystem ist mehr als überfällig. Dass globale Konzerne wie Amazon, Google und Facebook Wertschöpfung zentralisieren und kaum noch Steuern zahlen, ist auf Dauer kein zukunftsfähiges Konzept.

Die Frage steht nun allerdings im Raum, ob auf die Ankündigung tatsächlich eine echte Reform folgt. Denn die ersten Äußerungen zeigen schon die Gefahr, dass die Staaten sich letztlich wieder im egoistischen Klein-Klein verlieren. So hat der deutsche Finanzminister umgehend ankündigt, dass sich die deutschen Steuereinnahmen nicht vermindern dürften. Solche Präventiv-Verteidigung ist aber keine gute Voraussetzung, um einen komplett neuen Steueransatz zu diskutieren, bei dem dann auch Schwellenländer mit wenig Produktion aber hohem Konsum besser berücksichtigt werden. Offen bleibt auch, inwieweit Amerika sich vom Protektionismus verabschieden und einer weltweit gerechteren Steuerverteilung öffnen kann. Zu wünschen wäre es allemal.

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