1. Nachrichten
  2. Wirtschaft

Kommentar: China ist nicht der Wilde Westen

Kommentar : China ist nicht der Wilde Westen

Der Handelsstreit zwischen China und Amerika geht also in die nächste Runde. Seit Juli 2018 kämpft US-Präsident Donald Trump gegen „Made in China“ und versucht, mit Strafzöllen auf chinesische Waren Peking dazu zu zwingen, mehr amerikanische Güter zu importieren und den Eintritt für amerikanische Unternehmen in den chinesischen Markt zu erleichtern.

Nach dem Scheitern der jüngsten Verhandlungen gießt Trump fleißig weiter Öl ins Feuer.

Doch Trumps Wild-West-Methode, China die Pistole auf die Brust zu setzen, wird nicht funktionieren. Mit Druck kommt man in der chinesischen Kultur nicht weit. Und Präsident Xi Jinping muss gegenüber seiner Bevölkerung das Gesicht wahren. Das Land versteht sich schließlich als Großmacht, es wird sich von solchen Drohgebärden nicht beeindruckt zeigen und den Streit aussitzen. Bis zur Präsidentschaftswahl 2020 hält China mindestens durch.

Abgesehen davon verliert Trump jetzt schon. Der Handelsstreit schadet der US-Wirtschaft. Das wird bald auch die amerikanische Bevölkerung zu spüren bekommen. Und wer glaubt, dass die US-Regierung am längeren Hebel sitzt, täuscht sich: China ist seit Jahren der größte Gläubiger und wichtigste Finanzier der USA. Dieses Ass hat Peking noch nicht ausgespielt.