Kein Abbau von 2000 Jobs bei ZF im Saarland geplant

Kostenpflichtiger Inhalt: Standort Saarbrücken weiter mit „zentraler Rolle“ : ZF bestreitet Pläne für Stellenabbau im Saarland

Der Autozulieferer versucht die Belegschaft in Saarbrücken zu beruhigen. Der Konzern habe gar nicht vor, 2000 oder mehr Jobs zu streichen.

Der Autozulieferer ZF plant nach eigenen Angaben nicht den Stellenabbau, den Gewerkschaft IG Metall und Betriebsräte in Saarbrücken befürchten. Die Arbeitnehmervertreter hatten Ende September die Belegschaft darüber informiert, dass 2000 oder gar 2225 Arbeitsplätze nach Auslaufen der Jobgarantie in den Jahren von 2023 bis 2026 verloren gehen könnten. „Ich kann die Zahlen nicht nachvollziehen“, bekräftigt Stephan von Schuckmann, Leiter der Division Pkw-Antriebstechnik, im SZ-Gespräch die Position des Friedrichshafener Konzerns, dass es solche Jobabbaupläne nicht gebe.

Die Arbeitnehmervertreter hatten von drohenden Verlagerungen nach Ungarn gesprochen. Außerdem sorgen sie sich, dass ZF einen geringeren Anteil der gewonnenen Milliardenaufträge für die vierte Generation des Achtgang-Automatikgetriebes in Saarbrücken platziert als erhofft. Von Schuckmann bestreitet entschieden, dass Fertigung nach Ungarn verlagert werden soll: „Das wäre sehr unwirtschaftlich. Gerade in der Getriebetechnik, die investitionsintensiv ist, verlagert man nicht von heute auf morgen etwas von links nach rechts.“ Die gewonnenen Aufträge stimmen ihn vielmehr zuversichtlich, in Zukunft alle Getriebewerke gut auszulasten, sagt von Schuckmann.

Er räumt allerdings ein, dass noch nicht geklärt ist, wie das Gesamtvolumen der Großaufträge genau weltweit verteilt wird. Das hänge von den Vorgaben der Kunden ab, die möglicherweise verlangen, dass zum Beispiel Autofabriken in den USA auch aus den USA mit Getriebe beliefert werden. Doch Saarbrücken spiele als Leitstandort „immer eine zentrale Rolle“, sagt von Schuckmann.

Gegenwärtig beunruhigt ihn die aktuelle Konjunkturdelle. Wenn diese sich zu einer Krise auswachse, werde es schwieriger, alle Jobs zu erhalten, sagt der ZF-Manager.

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