Investor bei STK-Stanztechnik zieht sich wieder zurück

Nach Übernahme-Ankündigung : Investor bei STK-Stanztechnik zieht sich wieder zurück

Die Hoffnung auf eine Rettung der Neunkircher Firma STK Stanztechnik hat sich zerschlagen. Gestern hat sich der Schweizer Investor Martin Vandersyppe nach Informationen aus Verhandlungskreisen aus der Übernahme wieder zurückgezogen.

Vandersyppe, der die Schweizer Revan Group vertritt, hatte bereits Ende September bei einem Notar einen Vertrag zur Übernahme der insolventen Firma unterschrieben. Allerdings hatte er bis zuletzt den Kaufpreis von 1,6 Millionen Euro nicht bezahlt. Die Zahlung war vertraglich für den 1. Oktober vereinbart worden. Trotzdem hatte Vandersyppe mit seiner Firma RMP ab Oktober die Produktion bei STK weitergeführt. Zwar hatte Vandersyppe einen Teil der Lohnkosten übernommen, weil aber Teile der Lohn- und Produktionskosten weiterhin bei der Insolvenzverwaltung aufgelaufen waren und über Wochen keine Zahlung auf das Treuhandkonto des Notars eingegangen war, hat die Insolvenzverwaltung Ende Dezember den Betrieb eingestellt. Grund war Masseunzulänglichkeit, ein juristischer Begriff aus dem Insolvenzrecht, der dafür steht, dass der Firma das Geld ausgeht.

Offen ist, wie es nun mit den gut 50 Mitarbeitern des Unternehmens weitergeht. Vandersyppe hatte ihnen noch Ende vergangener Woche zugesichert, dass sie bei ihm beschäftigt seien – unabhängig davon, wie es bei STK Stanztechnik weitergehe. Nach Aussage des früheren Besitzers und Betriebsleiters Marcel Kasterka hatten am vergangenen Freitag zahlreiche Mitarbeiter entsprechende Arbeitsverträge mit Vandersyppe unterschrieben. Die Revan Group sei an weiteren Unternehmen im Saarland interessiert, bei denen eine Übernahme im Februar möglich sei. Lohnzahlungen bis dahin werde er übernehmen, sagte Vandersyppe vergangene Woche und bestätigte dies gestern noch einmal auf Nachfrage.

Vandersyppe hat gestern auf Anfrage angekündigt, wegen der gescheiterten Übernahme Zivilklage gegen die Insolvenzverwaltung einzureichen. Die Insolvenzverwaltung hatte vergangene Woche noch einmal zugesichert, dass eine Übernahme weiterhin möglich sei, wenn der Kaufpreis überwiesen werde. Donnerstag und Freitag war auch noch einmal die Produktion aufgenommen worden, um in verkürzten Schichten bereits angefangene Produkte für die Kunden fertig zu produzieren.

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