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Investitionen in den Umweltschutz

Investitionen in den Umweltschutz

Trotz einer schwierigen Marktsituation schlägt sich das Stahlwerk Bous derzeit recht gut. Geschäftsführer Schu warnt jedoch vor zusätzlichen Belastungen wegen strengerer Umweltschutz-Auflagen.

Das Stahlwerk Bous investiert trotz schwieriger Lage am Stahlmarkt rund 15 Millionen Euro in den Umweltschutz. "Das ist für uns viel Geld, aber auch ein Zeichen, dass wir an unser Werk glauben und es zukunftssicher machen wollen", sagt Geschäftsführer Franz-Josef Schu. Das meiste Geld aus diesem Investitionstopf wird in eine neue Entstaubungsanlage fließen.

"Wir schlagen uns derzeit ganz gut in einem insgesamt schwachen Markt", beschreibt er die Situation des Werks. Die Produktion konnte im vergangenen Jahr gegenüber 2014 von 250 000 auf 280 000 Tonnen erhöht werden. Allerdings seien die Preise im Keller und "meilenweit von dem entfernt, was wir zwischen 2006 und 2008 erlösen konnten".

Dafür gibt es Schu zufolge etliche Gründe. Knapp 60 Prozent des in Bous erzeugten Stahls werden an den französischen Rohrproduzenten Vallourec geliefert, der viele Kunden im Bereich der Öl- und Gasförderung hat. Wegen der niedrigen Energiepreise seien große Investitionsvorhaben allerdings zurückgestellt worden. Die mangelnde Nachfrage nach Rohren für die Öl- und Gasförderung schlage sich auf den Erlös nieder. Außerdem "drücken die Importe aus China auf die Preise". In manchen Segmenten "unterbieten die chinesischen Stahlerzeuger unsere Herstellungskosten", so der Geschäftsführer . Diesen Dumping-Methoden müsse die EU einen Riegel vorschieben. Auf der anderen Seite beliefern die Bouser auch ein französisches Vallourec-Werk in China mit Spezialstahl für Rohre - in einer Größenordnung von rund 10 000 Tonnen pro Jahr. Besser laufe es bei den Rohren, die in Kraftwerken eingesetzt werden. "Hier wird derzeit einiges an Ersatz-Investitionen getätigt."

Um vom Rohr-Geschäft unabhängiger zu werden, bemüht sich das Stahlwerk Bous schon seit einigen Jahren um neue Kunden . Ein sicherer Abnehmer ist seit geraumer Zeit der Bochumer Verein, der wie die Bouser zur Holding Georgsmarienhütte (Osnabrück) gehört. Dort werden unter anderem Radsätze für Schienenfahrzeuge gefertigt. Aufgrund der gesunkenen Preise hat sich der Umsatz 2015 trotz des gestiegenen Stahl-Absatzes gegenüber dem Vorjahr kaum verändert. Er liegt bei knapp 220 Millionen Euro . Dieser wird von 360 Mitarbeitern erwirtschaftet.

Immer wichtiger werde die Belieferung von Schmieden oder Firmen, die Stahlringe walzen. Diese Ringe werden unter anderem bei Chemieanlagen, im Maschinenbau oder in Flugzeugtriebwerken eingesetzt. Um in diesem Segment neue Kunden zu gewinnen, sei die neueste Investition in die Stranggieß-Anlage hilfreich gewesen. Die Anlage sei jetzt in der Lage, sechs statt bislang fünf Formate zu gießen. "Dadurch können wir flexibler auf Kunden-Anfragen reagieren", sagt Schu. Die Vertriebsleute seien zudem in der Lage, "auch in Märkte reinzugehen, die sich für große Hersteller nicht mehr lohnen". Dies gelte für Mengen ab 60 Tonnen.

Schu warnt davor, kleinere Stahlhersteller mit weiteren Auflagen zu belasten. So müsse beim Erneuerbaren Energien Gesetz (EEG), das die Förderung von Wind- und Sonnenstrom finanziert, die Teil-Befreiung dauerhaft Bestand haben. Außerdem müsse auch die nächste Handelsperiode mit Emissionszertifikaten so geregelt werden, dass keine Zusatzbelastungen auf die Stahlkocher zukommen. "Sonst wären wir weg vom Fenster, und der Stahl käme aus Regionen, wo die Umweltauflagen bestimmt nicht so streng sind wie bei uns." Zumal die Energiekosten in Deutschland sowieso schon sehr hoch seien.