Neue Flugverbindung nach München: In knapp einer Stunde nach München

Neue Flugverbindung nach München : In knapp einer Stunde nach München

Ab November wird die Fluggesellschaft BMI regional wieder von Saarbrücken nach Bayern fliegen. Die Saar-Wirtschaft begrüßt das Projekt.

Saarländer können ab November wieder von Saarbrücken aus nach München fliegen: Die britische Fluggesellschaft BMI regional bietet ab 6. November zwei Mal täglich eine Verbindung zum Drehkreuz in München an. Gebucht werden können die Flüge bereits ab kommendem Mittwoch. Damit wird eine Strecke wiederbelebt, die zuletzt von OLT bis Januar 2013 geflogen wurde. „Es müsste schon mit dem Teufel zugehen, wenn diese Verbindung nicht klappt“, sagte Wirtschafts-Staatssekretär Jürgen Barke (SPD) gestern bei der Präsentation der neuen Verbindung am Saarbrücker Flughafen.

BMI-Chef Jochen Schnadt erwartet bereits im ersten Jahr 30 000 bis 40 000 Passagiere auf der neuen Flugverbindung, die mit einem Jet vom Typ Embraer 145 mit 49 Sitzplätzen geflogen werden soll. Dieses Potenzial sei im Saarland angesichts seiner auch stark auf den Süden ausgerichteten Wirtschaft durchaus vorhanden, sagte er.

Eine Passagierzahl, die auch der Saarbrücker Flughafen gut gebrauchen könnte, um die angestrebte Marke von 500 000 Fluggästen im Jahr zu erreichen. „Die Einnahmen des Flughafens werden auf lange Sicht die Vorinvestitionen in die neue Verbindung um ein Vielfaches übersteigen“, sagte Barke. Das Land würde die Fluggesellschaft bei der Einführung der neuen Fluglinie mit Marketing-Zuschüssen unterstützen, sagte er. Diese seien ausdrücklich nicht als Beihilfe zu werten, da dadurch keine Verluste ausgeglichen würden, sondern langfristig ein Gewinn angestrebt werde. Im Vorfeld waren 1,5 Millionen Euro Hilfszahlungen innerhalb von fünf Jahren genannt worden. Den Anschubfinanzierungen stehen aber Einnahmen des Flughafens für Start- und Landegebühren sowie die Abfertigung gegenüber. „Wenn man die gegenrechnet, werden wir am Ende einen deutlichen Gewinn durch die neue Fluggesellschaft unterm Strich stehen haben“, sagt Flughafenchef Thomas Schuck.

Die saarländische Wirtschaft begrüßt die neue Verbindung: Laut Carsten Peter, Teamleiter Verkehr und digitale Infrastruktur der IHK Saarland, haben die hiesigen Unternehmen sich eine bessere Anbindung nach München bereits seit langem gewünscht: „In München können saarländischen Firmen mit andere Wirtschaftsbranchen, Unternehmen und Forschungseinrichtungen in Kontakt treten.“ Damit stünden den heimischen Unternehmen aus dem Produktions- und Dienstleistungsbereich die Türen in den süd-osteuropäischen und asiatischen Raum offen.

Eine Alternative zum Auto und der Bahn schaffen, dies soll insbesondere Geschäftskunden ins Flugzeug locken. Neben den saarländischen Unternehmen möchte BMI regional aber auch Privatreisende ansprechen. Durch die Flugzeiten am Morgen und Abend könnten Urlauber auch Anschlussflüge in München gut erreichen, sagte Barke. Von Saarbrücken über München nach Asien, der Urlaub könnte damit direkt vor der Haustür beginnen. Schnadt ist auch optimistisch, dass die Urlauber mittelfristig von Saarbrücken aus Anschlussverbindungen mit Lufthansa-Flügen nutzen können. Aktuell sei BMI mit Lufthansa in Verhandlung über sogenannte Codeshare-Vereinbarungen. Diese Kooperationen ermöglichen es, Verbindungen nicht nur durchzubuchen, auch das Umsteigen und der Gepäcktransport werden dadurch erleichtert. „Wir hoffen, schon in Kürze, dieses Abkommen mit Lufthansa unter Dach und Fach zu bringen.

Die neue Fluglinie soll Schnadt zufolge schon bald profitabel sein: „Wir wollen möglichst schnell schwarze Zahlen schreiben“, sagt er. Als Ziel hat die Gesellschaft sich 18 Monate gesetzt. Der Preis soll dabei im unteren dreistelligen Bereich für einen „One-Way-Flug“ liegen – als Angebot seien aber auch Tickets für 79 Euro zu haben. „Mit unseren Preisen gehen wir davon aus, dass wir für Geschäftskunden attraktiv sind.“

2013 hatte die Regionalfluggesellschaft OLT schon einmal versucht, die Strecke Saarbrücken-München aufzubauen. Doch schon nach wenigen Wochen stellte sie den Flugbetrieb wieder ein. Ein Rückschlag, der sich nicht wiederholen werde, sagt Barke: „Die damalige Verbindung ist gescheitert, weil das Gesamtpaket nicht funktioniert hat. Heute arbeiten wir mit einer etablierten Fluggesellschaft zusammen.“

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