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Im Gewerbegebiet Tholey sollen 200 neue Arbeitsplätze entstehen

Wirtschaftsförderung : Große Firmenansiedlung bei Tholey

Die Handelsgruppe Fricke will im Industriegebiet „Am Schaumberg“ ein Logistikzentrum bauen und bis zu 200 neue Jobs schaffen.

Jetzt ist die nächste größere Firmenansiedlung im Saarland perfekt, nachdem im Frühjahr der Küchenhersteller Nobilia den Bau einer Fabrik am Lisdorfer Berg angekündigt hatte. Die niedersächsische Fricke Gruppe will bei Tholey ein Logistik-Zentrum bauen und bis zu 200 Arbeitsplätze schaffen. Dafür hat das Familienunternehmen ein zehn Hektar großes Grundstück im Industriegebiet „Am Schaumberg“ direkt an der Autobahn gekauft. Diese Entscheidung gaben gestern Geschäftsführer Hans-Peter Fricke, Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) und Bürgermeister Hermann Josef Schmidt (CDU) bekannt.

Die Firmentochter Granit Parts, die mit Ersatzteilen für Land- und Baumaschinen sowie für Gartentechnik handelt, will dort „starten mit einer Investition in Richtung 20 Millionen Euro“, sagte Fricke. Baubeginn soll in zwei Jahren sein, in drei bis dreieinhalb Jahren soll das Logistikzentrum zunächst mit 80 bis 100 Mitarbeitern seinen Betrieb aufnehmen, kündigte der Unternehmenschef an. Die erste Ausbaustufe soll 20 000 Quadratmeter haben, später sollen es 80 000 werden. „Frankreich ist für uns ein sehr, sehr wichtiger Markt“, aber man wollte doch auf deutscher Seite bleiben, erläuterte er die Standort­entscheidung. Beliefert werden sollen von Tholey aus aber auch Kunden in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz. Die „gute Verkehrsanbindung“ des Industriegebiets „Am Schaumberg“ und außerdem Möglichkeiten, Mitarbeiter zu gewinnen, nannte Fricke als Pluspunkte, die für das Saarland sprachen.

Der künftige Standort ist Teil einer Wachstumsstrategie: „Wir werden  dieses Jahr 415 Millionen Euro Ersatzteil-Umsatz machen und streben an, jedes Jahr mit mindestens zehn Prozent zu wachsen, kündigte Fricke an. Etwa 815 Millionen Euro erlöse die Firmengruppe insgesamt.

„Das ist ein guter Tag“ für das Saarland, sagte Rehlinger. Die Entscheidung der Fricke Gruppe zeige erneut, dass „das Saarland ein hervorragender Ausgangspunkt ist“, um die angrenzenden Wirtschaftsräume Frankreich und Benelux-Staaten zu erschließen. Auch für Nobilia war das ein entscheidender Beweggrund für die Ansiedlung im Saarland. Eine „Brückenkopffunktion zu anderen europäischen Märkten“ hat das Land, wie Thomas Schuck, Geschäftsführer der saarländischen Wirtschaftsförderungsgesellschaft gw Saar sich ausdrückt. Die gw Saar ist für die Vermarktung großer Industrieflächen zuständig.

Mit der Ansiedlung von Fricke ist nun eines der letzten großen Gelände des Masterplans Industrieflächen vermarktet. Rehlinger bekräftigte, dass ein neuer Masterplan unmittelbar aufgelegt werden soll. 65 Millionen Euro stehen dafür zur Verfügung. „Wir brauchen die Flächen und bekommen sie vermarktet“, sagte die Ministerin. Zurzeit werden, so Schuck, 150 Grundstücke gesichtet.