IHK Saarland soll weiter fünf Geschäftsführer haben

Umbau der Wirtschaftskammer : IHK Saarland soll weiter fünf Geschäftsführer haben

Die neu strukturierte Kammer soll aber nur noch drei Geschäftsbereiche haben. Die Vollversammlung stimmt im April darüber ab.

Die Auseinandersetzungen in der Industrie- und Handelskammer des Saarlandes (IHK) um Geschäftsführer-Posten sind anscheinend beigelegt. Wie seit Monaten geplant, soll es nach SZ-Informationen aus IHK-Kreisen künftig nur noch drei statt bisher fünf Geschäftsbereiche geben. Trotzdem sollen die bisherigen Geschäftsführer alle ihren Titel behalten. Das hat den Angaben zufolge das Präsidium Ende vergangener Woche entschieden.

Im Zuge der Neuorganisation wird demnach ein neuer Geschäftsbereich Wirtschaftspolitik und Unternehmensförderung entstehen – mit Carsten Meier an der Spitze. Das bisherige, von Mathias Hafner geleitete Themenfeld Mittelstand, Kommunikation und Unternehmensförderung wird aufgelöst und großteils in den von Meier geführten neuen Bereich eingegliedert. Ihm wird auch der noch selbstständige Bereich „International“ zugeschlagen. Oliver Groll, der bislang allein für die Außenwirtschaft zuständig war, soll in der neuen Einheit als weiterer Geschäftsführer tätig sein.

Das Geschäftsfeld Recht und zentrale Dienste wird um das Veranstaltungsmanagement erweitert. Dieser Bereich wird wie bisher von der stellvertretenden Hauptgeschäftsführerin Heike Cloß geleitet. Für Aus- und Weiterbildung sowie Bildungspolitik bleibt Peter Nagel zuständig. Darüber hinaus soll eine Stabsstelle Digitalisierung und Kommunikation eingerichtet werden, die direkt bei Hauptgeschäftsführer Heino Klingen angesiedelt ist. Diese soll von Hafner als Geschäftsführer geleitet werden.

Klingen wollte sich auf SZ-Nachfrage nicht zu der Neuorganisation äußern. Er verwies auf die IHK-Vollversammlung, die sich am 8. April mit den Plänen befassen werde. Nach SZ-Informationen soll das neue Modell Mitte des Jahres in Kraft treten.

Die neue Führungsstruktur ist Teil eines Sparprogramms, das die Defizite der Kammer bis Ende 2021 auf Null senken soll. Im vergangenen Jahr betrug das Minus 1,95 Millionen Euro. Um die Verluste zurückzufahren, hatte die Vollversammlung der IHK im November eine Anhebung der Mitgliedsbeiträge beschlossen. Außerdem will die Kammer in den kommenden Jahren Stellen im unteren zweistelligen Bereich abbauen – dies aber über die natürliche Fluktuation, vor allem dadurch, dass Mitarbeiter in den Ruhestand gehen. Betriebsbedingte Kündigungen schließt die Kammer aus. Die Kammer hat rund 120 Beschäftigte. Auch will die gesamte Geschäftsführung durch einen Gehaltsverzicht einen Sparbeitrag leisten. Und Sachkosten sollen gekürzt werden. Als Gründe für das Defizit nannte die Kammer die anhaltende Wachstumsschwäche der Saar-Wirtschaft, die sich in einem niedrigeren Beitragsaufkommen niederschlage, sowie steigende Belastungen für Pensionsrückstellungen.

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