IHK diskutiert Frage nachhaltigen Wirtschaftens

Vorträge : IHK diskutiert Frage nachhaltigen Wirtschaftens

Wie ist es möglich, in den vom Umbruch geprägten Zeiten der Digitalisierung weiter nachhaltig zu wirtschaften? In einer Zeit, in der sich die Wirtschaft in kurzen Zeitabständen immer neu erfindet?

Mit diesen Fragen hat sich gestern die saarländische Industrie- und Handelskammer in einer Vortrags- und Diskussionsveranstaltung auseinandergesetzt.

Für Wirtschaftssekretär Jürgen Barke (SPD) ist nachhaltiges Wirtschaften vor allem ein Standortfaktor. „Die Entwicklung des Saarlandes hat auch damit zu tun, dass die Unternehmen hier nachhaltig arbeiten“, sagte er. Gleichzeitig sei es auch eine Möglichkeit, die Zukunft zu sichern. Denn mit weniger Arbeitskräften gleiches Wachstum zu erreichen, das gelinge nur bei nachhaltiger Denkweise.

Ralf Zastrau, Nanogate-Vorstandschef, hat sich gesellschaftliches Engagement und nachhaltiges Denken nicht nur privat auf die Fahnen geschrieben, er habe es auch im Unternehmen verankert. Das gehöre auch dazu, wenn man Veränderungen im Unternehmen anstoßen wolle. „Es führt zu innovativeren Ideen, wenn man sich nicht nur mit Aktienkursen und Analystengesprächen beschäftigt.“ Zastrau will neben dem persönlichen und dem Unternehmens-Engagement nun im nächsten Schritt auch vernetztes Engagement in der Region weiter voranbringen. Hilfestellung dazu soll eine Studie der Bertelsmann-Stiftung geben, die den gegenwärtigen Stand des gesellschaftlichen Engagements im Saarland abfragt und im April 2019 vorgestellt werden soll.

Ethik in der digitalen Welt, diesen Aspekt beleuchtete Stephan Engel vom Handelsunternehmen Otto in Hamburg. Otto hat sich im Konkurrenzkampf mit dem Online-Handel auf ein neues Geschäftsmodell einstellen müssen. „Für uns war dann die Frage, wie wir unser jahrzehntealtes Wertemodell mit der digitalen Transformation in Einklang bringen können“, sagte Engel. Im Rahmen dieser Corporate Digital Responsibility gelte es, klare Werte zu definieren, um auf deren Basis ein Geschäftsmodell zu formen, das auch in einer digitalen Welt funktioniert.