Ianeo bringt Daten auf Papier und ins Netz

Ianeo bringt Daten auf Papier und ins Netz

Die Vorführung ist beeindruckend: Per Knopfdruck entsteht aus Zahlenreihen auf dem Bildschirm ein viele hundert Seiten dicker Katalog - fertig gestaltet. Die saarländische Software-Firma Ianeo hat sich darauf spezialisiert, Produktdaten in unterschiedlichsten Formen zu präsentieren: Als Papier-Katalog, als Internet-Shop oder auch als Flyer für Einzelprodukte. Produkt-Informations-Management (PIM) nennt sich das.

"In zahlreichen Unternehmen ist dieser Bereich kaum entwickelt", sagt Ianeo-Geschäftsführer Dirk Frank. Die Firmen hätten einerseits eine Produkt-Datenbank, dann noch einmal spezielle Dateien, die dann für die verschiedenen Veröffentlichungen genutzt würden. "Dadurch entstehen Fehler, wenn die Daten nicht abgeglichen werden."

Ianeo dagegen hat schon vor Jahren ein System entwickelt, das auf eine zentrale Datenbank zurückgreift, egal, wo veröffentlicht wird. Und das sei angesichts der zunehmenden Digitalisierung immer mehr gefragt: "Früher haben sich die Besucher an unserem Stand auf der Cebit vor allem für E-Commerce-Lösungen interessiert", sagt Frank. "Jetzt fragt der Großteil nach PIM-Lösungen."

Ianeo ist noch ein vergleichsweise junges Unternehmen. Im Jahr 2000 hat der Student Dirk Frank es mit einigen Kollegen ins Leben gerufen worden. Die Idee ist quasi durch Zufall entstanden. Frank hatte neben seinem Studium als Programmierer gejobbt und Katalog-CD-Roms erstellt. "Dafür brauchen Sie ein Programm, mit dem die Produkte präsentiert werden, und eine Datenbank, in der sie erfasst sind", sagt er. Letztlich die Basis für das Ianeo-Kernprodukt Fast-PIM.

Ianeo hat sich dann schnell weiterentwickelt. Mehrfach mussten die Jungunternehmer umziehen, erst von der Dudweilerstraße in die Richard-Wagner-Straße (beide Saarbrücken), dann in den heutigen Sitz in einer alten Industrie-Villa in Friedrichsthal. Zehn Jahre nach der Gründung hatte Ianeo bereits 21 Mitarbeiter, heute sind es fast 30. "Wir wachsen beständig", sagt Frank. Innerhalb von fünf Jahren konnte das Unternehmen seinen Umsatz von einer Million Euro (2011) auf 1,6 Millionen Euro um über die Hälfte steigern. Für dieses Jahr peilt er fast 1,9 Millionen Euro an. Neben dem Messe-Auftritt auf der Cebit verlässt sich Ianeo laut Frank weitgehend auf Mund-zu-Mund-Propaganda. Er setzt darauf, dass zunehmend Unternehmen die Verwaltung ihrer Produktdaten überdenken, weil bestehende Systeme mit unterschiedlichen Datenverwaltungen aufwändig und unübersichtlich sind.

Das Wachstum allerdings bringt es auch mit sich, dass das Unternehmen ständig neue Mitarbeiter finden muss, kein leichtes Thema im Saarland. "Wir haben aber gerade drei Stellen neu besetzen können", sagt Frank. Der Standort Friedrichsthal sei dabei sogar ein Vorteil, sagt er. Denn er sei gut erreichbar, die Firma sitze in Bahnhofsnähe und Parkplätze gebe es außerhalb der größeren Städte auch genug. Während früher die Bewerbungen automatisch kamen, wirbt Ianeo jetzt - vor allem an der Uni - aktiv um Nachwuchs. Ein wichtiges Argument dabei sind die Arbeitsbedingungen - neben der Möglichkeit, im Garten zu arbeiten, ist Ianeo auch für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ausgezeichnet worden.