Hoher Preis für „harten Brexit“

Hoher Preis für „harten Brexit“

Das britische Finanzministerium hat vor erheblichen Kosten gewarnt, sollte Großbritannien infolge des Brexit-Votums aus dem EU-Binnenmarkt ausscheiden. Das geht aus einem internen Papier hervor, das der britischen Zeitung "The Times" vorliegt. Demnach könnte das Bruttoinlandsprodukt innerhalb der nächsten 15 Jahre um bis zu 9,5 Prozent schrumpfen. Das entspräche dem Papier zufolge einem Rückgang von Steuereinnahmen in Höhe von 66 Milliarden Pfund (73 Milliarden Euro) pro Jahr.

Das Finanzministerium wolle mit dem Papier Kabinettsmitglieder von dem potenziellen Schaden überzeugen, den ein "harter Brexit" mit sich bringe, berichtet die "Times". Ein "harter Brexit" bedeutet, dass Großbritannien bei einem Austritt aus der EU die Freizügigkeit für EU-Bürger auch dann ablehnen würde, wenn dadurch der freie Zugang zum EU-Binnenmarkt nicht mehr möglich wäre. Die Warnungen kommen inmitten wachsender Spannungen im britischen Parlament. Mehrere prominente Politiker verschiedener Parteien hatten eine Abstimmung über die Brexit-Strategie der Regierung gefordert.

Premierministerin Theresa May hatte eine Parlamentsabstimmung mehrfach ausgeschlossen. Sie hatte auf dem Parteitag der Konservativen den Eindruck erweckt, das Land steuere auf einen "harten Brexit" zu.

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