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Heizen mit Öl: So sparen Sie mit alter Heizung Kosten - lohnt sich der Austausch?

Lohnt sich der Austausch? : Alte Heizung im Keller? So sparen Sie schnell und einfach Kosten

Tanken, Strom, Heizen – die Energiekosten sind in den vergangenen Wochen stark angestiegen. Vor allem das Heizen mit Öl verteuerte sich. Dabei gibt es einfache Möglichkeiten zum Energiesparen.

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In den vergangenen drei Wochen sind die Energiekosten für einen Musterhaushalt um 27 Prozent angestiegen. Das ergab eine Auswertung des Vergleichsportals Verivox. So müssen Familien in einem durchschnittlichen Drei-Personen-Haushalt mit Mehrkosten von 1492 Euro rechnen, sollten die Preise weiter so hoch bleiben.

„Die Energiekosten für private Verbraucher haben aktuell einen historischen Höchstwert erreicht. Egal ob Strom, Gas, Heizöl oder Sprit: Alle Energiearten kratzen an ihren langjährigen Rekordständen oder haben diese sogar übertroffen“, sagt Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox.

Alte Ölheizung austauschen – diese Variante lohnt sich finanziell

Vor allem Besitzer einer Ölheizung müssen jetzt deutlich mehr bezahlen – um 59 Prozent verteuerte sich das Heizöl seit Kriegsbeginn in der Ukraine. Doch was tun, wenn Sie noch eine alte Ölheizung im Keller haben. Lohnt sich der Austausch?

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW) hat die Kosten für verschiedene Energieträger berechnet, wenn Sie in einem alten Einfamilienhaus wohnen und einen Öl-Altkessel im Keller haben. Mit eingerechnet wurden auch Fördergelder und Betriebskosten. Die Berechnungen stammen aus dem Jahr 2021.

Den Ausgangswert für die Ölheizung lag in der Studie bei 3194 Euro pro Jahr. Ein Austausch der Heizung lohnte sich demnach finanziell nur bei Gas-Brennwertanlagen in Kombination mit solarer Trinkwassererwärmung oder Photovoltaikanlage und Speicher. Bei der letzteren Variante müssten Sie 3060 Euro im Jahr fürs Heizen zahlen. Allerdings sparen alle moderneren Heizungen deutlich an Treibhausgasen ein und sind damit besser fürs Klima.

Tipps: Wie Sie einfach Heizkosten einsparen können

Es muss aber nicht immer gleich der komplette Tausch der Heizungsanlage sein. Kleine Veränderungen erhöhen die Effizienz ihrer Heizung und senken die Kosten.

  • Thermostat richtig und smart einstellen: Laut Verbraucherzentrale liegt die optimale Raumtemperatur im Schlafzimmer bei 18 Grad Celsius, in Wohnräumen bei 21 Grad Celsius. Stufe vier auf den Heizkörperreglern entspricht häufig 24 Grad Celsius. Nachts und beim Verlassen der Wohnung können die Thermostate runtergedreht werden. Helfen können dabei smarte Thermostate. Gute Modelle kosten um die 50 Euro pro Stück. Laut Stiftung Warentest lassen sich so 60 Euro im Jahr damit einsparen. Es dauert also etwas, bis Sie die Kosten für eine ganze Wohnung oder ein Haus wieder drin haben.
  • Heizungsrohre dämmen: Bis die Wärme aus der Heizung im Keller in der Wohnung angelangt ist, verläuft sie über Rohre und gibt dabei schon Energie ab. Mit günstigen Schaumstoffisolierungen aus dem Baumarkt können Sie hier Energie sparen – für jeden Meter Rohr bis zu 14 Euro im Jahr.
  • Heizkörper entlüften: Luft in der Heizung ist schlecht für die Energiebilanz. Deshalb lohnt es sich, die Heizkörper regelmäßig zu entlüften. Dazu den Heizkörper mit dem Entlüftungsschlüssel (ca. 3 Euro) leicht aufdrehen und die Luft entweichen lassen. Halten Sie eine kleine Schüssel unter das Ventil, denn es läuft Wasser aus.
  • Hydraulischer Abgleich und Heizungspumpe: Es kann vorkommen, dass nicht alle Heizungen in einem Haus gleichmäßig wärmen. Vor allem die Heizkörper, die weiter entfernt von Quelle sind, können unterversorgt sein. Mit einem hydraulischen Abgleich sorgen Sie dafür, dass die Wärme bei allen Heizkörpern gleich ankommt. Diesen müssen allerdings Fachbetriebe vornehmen. Für den hydraulischen Abgleich gibt es sogar staatliche Zuschüsse. Allerdings nur in Kombination mit einem Pumpentausch und dem Wechsel von Thermostatventilen. Die Förderung beläuft sich auf 20 Prozent der Gesamtkosten. Bei dieser Gelegenheit können Sie zudem die Heizkurve überprüfen lassen und neu einstellen. Diese regelt die Heizung in Zusammenhang mit der Außentemperatur.
  • Heizkörper freiräumen: Die am besten eingestellte Heizung nützt wenig, wenn sie von Sofas oder Gardinen blockiert wird. Damit sich die warme Luft optimal im Raum verteilen kann, sollten Sie die Heizkörper also freiräumen.
  • Pullover und Socken: Niemand will in seiner Wohnung frieren und Frauen haben biologisch tatsächlich ein anderes Temperaturempfinden als Männer. Wollen Sie es dennoch gemütlich haben, aber die Heizung nicht aufdrehen, helfen zumindest dicke Socken und Pullover ein wenig.