Heißer Sommer treibt den Umsatz der saarländischen Karlsberg-Brauerei

Kostenpflichtiger Inhalt: Saar-Brauerei im Aufwind : Super-Sommer hilft Karlsberg-Brauerei

Das heiße Wetter hat den Umsatz bei der saarländischen Brauerei steigen lassen. Für dieses Jahr sind die Erwartungen eher zurückhaltend.

Die Karlsberg-Brauerei hat angesichts des heißen Sommers im vergangenen Jahr mehr Bier gebraut als im Vorjahr. „Wir haben die Menge im vergangenen Jahr um drei Prozent steigern können“, sagte Geschäftsführer Markus Meyer gestern bei der Präsentation der Bilanzzahlen. Damit habe sich die Saar-Brauerei noch besser entwickelt als die Branche, die nur einen Zuwachs bei der Menge von zwei Prozent verzeichnen konnte.

Der Umsatz der Brauerei ist sogar noch deutlich stärker gestiegen als das Brauvolumen – hier konnte Karlsberg ein Plus von 6,3 Prozent auf 130,9 Millionen Euro verbuchen. Das inländische Markengeschäft legte gar um zehn Prozent auf 73,2 Millionen Euro zu. Vor allem die neuen Biere – mit einem Hellen und einem Kellerbier hat die Brauerei das Portfolio noch einmal erweitert – aber auch ein verjüngter Markenauftritt seien bei den Kunden gut angekommen, sagt Meyer.

Karlsberg setzt schon seit zwei Jahren verstärkt auf ein strikteres Markenmanagement. Die Lohnfüllung, bei der die Brauerei Bier für andere Anbieter braut und abfüllt, ist massiv zurückgefahren worden. Seit 2017 ist in diesem Segment der Umsatz von 62,1 Millionen Euro auf 30,9 Millionen Euro gesunken. Dadurch ist zwar auch der Umsatz insgesamt im Vergleich zu 2017 um 28,3 Millionen Euro gesunken. Doch durch die Reduzierung der Braumenge in diesem Bereich ist Kapazität für ertragreicheres Markenbier frei geworden. Außerdem haben sich durch die geringere Menge auch die Kosten – unter anderem für Instandhaltung, Lagerung und Transport um fast eine Million Euro verringert.

Gut läuft laut Karlsberg-Chef Christian Weber der Vertrieb weltweiter Spezialbiere im Portfolio. Hier hat die Brauerei seit 2015 neben Bieren aus Spanien, Italien und Irland auch irischen Cider oder alkoholfreies Ingwer-Bier aus Australien im Programm. „Wichtig ist es, herausragende Produkte mit einem starken Geschmack zu bieten“, sagt Weber.

Die neue Strategie der Homburger zahlt sich beim Ertrag bereits aus. Der Gewinn vor Abschreibungen (Ebitda) ist im Vergleich zum Vorjahr um 32 Prozent auf 19,6 Millionen Euro gestiegen – und liegt damit auch deutlich über dem Ebitda von 2017 von 16,8 Millionen. Der operative Gewinn (Ebit) ist sogar noch stärker gestiegen. Hier verzeichnet die Brauerei ein Plus von 76 Prozent von 5,4 auf 9,5 Millionen Euro. Unter dem Strich bleiben am Ende des Jahres vier Millionen Euro übrig, die an die Muttergesellschaft ausgeschüttet werden können.

Insgesamt beurteilt Weber die Situation im Biermarkt besser als noch vor ein paar Jahren. „In den vergangenen Jahren hat sich die Wertigkeit von Bier wieder erhöht“, sagt er. Damit gebe es für die Unternehmen auch wieder eine Basis für Investionenen. Bei Karlsberg liegt der Fokus vor allem darauf, das Markensortiment noch auszuweiten. So soll beispielsweise das Angebot an Weizenbieren ausgeweitet werden. Ende des Monats soll mit Natur Weizen ein neues Bier dieser Reihe vorgestellt werden.

Meyer sieht als Grund für das wieder gestiegene Bier-Image auch die seit mehreren Jahren anhaltende Craft-Beer-Mode. „Das hat uns sehr geholfen“, sagt er. „Noch nie wurde so viel über Bier geschrieben.“ Außerdem sei Karlsberg per Definition sogar ein Craft-Beer. Und das Bock-Bier habe sogar den Craft-Beer-Award gewonnen. Das Image von Bier sei durch die Betonung des Handwerks stark gestiegen. Karlsberg bedient dieses Image dadurch, dass auf den Verpackungen die Brauer als Macher des Biers abgebildet werden.

Ausweiten will die Brauerei auch die Sparte der alkoholfreien Biere. Gründels, das nach Angaben von Karlsberg in der Region Marktführer ist, und für einen Umsatz im hohen einstelligen Millionenbereich steht, soll verstärkt in den deutschen Markt gebracht werden – ebenso wie die alkoholfreie Variante des Mischbieres Mixery. „Das wollen wir deutschlandweit ausbauen“, sagte Meyer.

Für das laufende Jahr hat die Brauerei – mit Blick auf die positiven Sommermonate des Vorjahrs – die Erwartungen etwas heruntergeschraubt. Vorerst geht das Management deshalb von einem leichten Umsatzrückgang und auch einem wieder sinkenden Gewinn aus.

Mehr von Saarbrücker Zeitung