Griechenland muss weiter auf Geld warten

Griechenland muss weiter auf Geld warten

Die Finanzminister der Währungsunion haben in der Nacht zum Dienstag nur eine halbherzige Lösung für das verschuldete Griechenland verkündet: Athen muss weiter auf die dringend benötigte Finanzspritze von 4,5 Milliarden Euro aus dem dritten Hilfspaket warten - obwohl das Land eine Renten- und Steuerreform beschlossen hatte. Ein entsprechender "politischer Beschluss" für frisches Geld wurde in Brüssel zwar gefasst, allerdings seien noch "technische Vorarbeiten" für die Überweisung nötig, teilte Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem mit. Anfang Juli muss Athen sieben Milliarden Euro Verbindlichkeiten bedienen.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) verweigert weiter seine Beteiligung an dem dritten Hilfspaket, weil es ohne Schuldenerleichterungen keine langfristige Perspektive für Griechenland gebe. Dadurch stehen sich zwei Lager gegenüber: auf der einen Seite die Koalition Frankreichs, zu der neben den Südstaaten auch die Kommission gehört. Sie wollen schnell einen Durchbruch für Griechenland. Auf der anderen wollen Deutschland, Österreich, die Niederlande und Finnland den IWF einbinden, um den Reform- und Spardruck auf Hellas hochzuhalten. Ein möglicher Kompromiss ist, die Operation zur Entlastung Athens ab 2018 konkreter zu fassen, entsprechende Schritte in Aussicht zu stellen, sie aber erst 2018 in Kraft zu setzen.

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