Gießereien Schmiedag Homburg Georgsmarienhütte

Gießereien : Homburger Schmiede Schmiedag schließt

() Die Homburger Traditionsschmiede Schmiedag wird Ende des Jahres geschlossen. Das teilten die Verwaltungsstelle Homburg-Saarpfalz der Gewerkschaft IG Metall und der Schmiedag-Betriebsrat mit. Betroffen von der Schließung sind 35 Mitarbeiter. Rund 30 von ihnen sei angeboten worden, in eine Transfergesellschaft zu wechseln. Drei Mitarbeitern wurde ein Arbeitsplatz im Stahlwerk Bous in Aussicht gestellt, das wie die Schmiedag zur  Stahlgruppe Georgsmarienhütte gehört. Zwei Leute können in den Vorruhestand wechseln. „Mit diesem Sozialplan konnten wir monatelange Verhandlungen erfolgreich abschließen, die auch von der Geschäftsführung fair geführt wurden,“ sagt Gewerkschaftssekretär Martin Zimmer.

In der Transfergesellschaft, die auf ein Jahr angelegt ist, erhalten die Mitarbeiter 82 Prozent ihres letzten Nettolohns. Hinzu komme eine Abfindung. Außerdem würden sie intensiver auf neue Arbeitsplätze umgeschult, als wenn sie regulär arbeitslos würden, betont Betriebsrat Jürgen Wolf. Würden sie nur Arbeitslosengeld beziehen, bekämen sie als Familienväter 67 Prozent vom Netto, als Alleinstehende 60 Prozent. Die rund 30 Leute haben bis 4. August Zeit, sich zu entscheiden.

Bei der Schmiedag werden sogenannte Exzenterwellen für die Automobilindustrie geschmiedet. Sie regeln im Motor die Ventilsteuerung. Das Werk schrieb den Angaben zufolge schon seit Jahren Verluste.  Das Management habe es versäumt, „rechtzeitig den Hebel umzulegen und neben den Exzenterwellen ein zweites Standbein aufzubauen“, kritisiert Zimmer. Die Schmiedag ist ein Homburger Traditionsunternehmen. Sie wird im Herbst 112 Jahre alt.