Gewerkschafter für offene Grenzen

Gewerkschafter für offene Grenzen

Der Internationale Gewerkschaftsrat IGR in der Großregion hat sich vergrößert. Bisher gehörten ihm Gewerkschaftsbünde aus dem Saarland, Lothringen, Luxemburg und Trier-Westpfalz an. Gestern kamen die wallonischen Gewerkschaftsbünde FGTB und CSC aus Belgien hinzu. Dafür stimmten insgesamt rund 60 Gewerkschaftsdelegierte auf einer Konferenz im luxemburgischen Remich .

G leichzeitig gab es einen Wechsel an der Spitze des Gewerkschaftsrates. Jean-Claude Bernardini von der OBGL aus Luxemburg löste den Franzosen Jacky Duhaut (CGT) im Amt des Präsidenten des Gewerkschaftsrates ab. Der Saarländer Eugen Roth (DGB) bleibt weiter einer von sieben Vizepräsidenten. Roth sieht in der Erweiterung des Einflussbereiches des IGR um die Wallonie einen wichtigen Schritt hin zur "sozialen Modellregion". Es gehe im IGR um die Weiterentwicklung der sozialen Idee in Europa, sagten Roth und Bernardini.

Von Grenzschließungen aus Sicherheitsgründen halten die Gewerkschafter nichts. "Grenzschließung ist wirtschaftlicher Selbstmord und völliger Schwachsinn", sagte Roth. Die beste Sicherheits- und Kriminalitätspolitik sei eine gute Sozialpolitik .

Im Anschluss an die Konferenz in Remich versammelten sich rund 300 Gewerkschafter aus der Region - darunter zahlreiche Vertreter des DGB - in Schengen, um für ein Europa ohne Grenzen, für Freizügigkeit und für ein soziales Europa zu demonstrieren. Der Internationale Gewerkschaftsrat vertritt 800 000 Gewerkschafter in der Großregion.

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