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Nach Tarifkompromiss: GDL-Chef Weselsky hofft auf Mitgliederzuwachs

Nach Tarifkompromiss : GDL-Chef Weselsky hofft auf Mitgliederzuwachs

Der andauernde Tarifstreit mit der Deutschen Bahn hat ein Ende gefunden. Von dem Erfolg verspricht sich der Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer neue Mitglieder.

Nach dem Ende des monatelangen Tarifkonflikts bei der Deutschen Bahn hofft der Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), Claus Weselsky, auf neue Mitglieder für die GDL.

Die Eisenbahner wüssten jetzt, „dass wir für sie mehr Einkommen als vorher errungen und ihre Betriebsrente verteidigt haben. Das werden sie hoffentlich honorieren mit Beitritt in die GDL“, sagte Weselsky der „Rheinischen Post“ (Freitag).

Mit Blick auf drei Streikwellen vor dem nun verhandelten Kompromiss sagte der Gewerkschaftschef: „Wir haben bewiesen, dass wir es können.“ Er akzeptiere „kein Bashing“ gegen eine Gewerkschaft, die für ihre Mitglieder Tarifverträge aushandeln wolle.

Am Donnerstag hatten Bahn und GDL bekanntgegeben, im monatelangen Tarifstreit einen Kompromiss gefunden zu haben. Vereinbart wurden Tariferhöhungen von insgesamt 3,3 Prozent sowie Einmalzahlungen. Zum 1. Dezember 2021 steigen die Bezüge zunächst um 1,5 Prozent, am 1. März 2023 dann um weitere 1,8 Prozent. Zwei Mal erhalten die Beschäftigten eine Corona-Prämie: je nach Entgeltgruppe 300, 400 oder 600 Euro in diesem Jahr sowie einheitlich 400 Euro im nächsten Jahr.

Der neue Tarifvertrag läuft über 32 Monate bis Oktober 2023. Der Tarifkonflikt bei der Bahn ist damit allerdings noch nicht endgültig gelöst: Möglicherweise stehen nun Nachverhandlungen zwischen der Bahn und der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) an, denn der GDL-Kompromiss geht über den Abschluss hinaus, den EVG und Bahn schon im vergangenen Jahr erzielt hatten.

Der Fahrgastverband Pro Bahn warnte, es dürfe „jetzt nicht zu einem erneuten Arbeitskampf mit der EVG kommen, sondern auch hier muss schnell eine Lösung gefunden werden.“ Mit der Einigung zwischen GDL und Bahn sei „auf dieser Front mindestens bis Ende 2023 Ruhe“, sagte der stellvertretende Bundesvorsitzende von Pro Bahn, Lukas Iffländer.

© dpa-infocom, dpa:210917-99-250372/2