Für Erwachsene

Inspirieren ließ sich Paul Simon zu seinem neuen Album "Stranger to Stranger" durch die mikrotonale Musik des amerikanischen Komponisten Harry Partch (1901-1974). Der unterteilte die Oktave in 43 Töne und schrieb seine Stücke für selbst erfundene Instrumente wie die "Cloud Chamber Bowls" oder das "Chromelodeon". Weil die nicht auf Reisen gehen dürfen, spielte die Band von Paul Simon die elf Songs an der Montclair State University ein, wo die Instrumente konserviert werden.

Entstanden ist trotzdem ein typisches Paul-Simon-Album, auch wenn es sich erst beim zweiten Hören wirklich erschließt. Vertrackte Rhythmen wie in "The Werewolf" oder "Street Angel" erinnern mit Jazz- und Weltmusik-Einflüssen an Simons "Graceland"-Album und wechseln mit magischen Songs wie "Stranger to Stranger" oder "Insomniac's Lullaby" ab. Ein Album für Erwachsene.

Paul Simon: Stranger to Stranger (Concord/ Universal).