Seit 1. April Günstiger Tanken in Frankreich: So funktioniert der Spritrabatt

Update | Paris/Forbach · Hinter der Grenze gibt es ab heute eine Entlastung an den Zapfsäulen geben. Wer kann sich auf eine günstigere Tankfüllung freuen und wie lange soll der Rabatt gelten?

Frankreich: So funktioniert der Tank-Rabatt
Foto: dpa/Bob Edme

Während die Benzinpreise die Nerven der Autofahrer immer mehr strapazieren, hatte Frankreichs Premierminister Jean Castex einen Spritrabatt angekündigt. Dieser gilt ab heute. Hier die wichtigsten Fakten im Überblick.

Wie hoch ist der Rabatt und bis wann gilt er?

Der Rabatt beträgt 18 Cent pro Liter (15 Cents exklusiv Mehrwertsteuer), es handelt sich dabei aber nicht um eine Senkung der Mineralölsteuer. Ursprünglich hatte Castex einen Rabatt von 15 Cents angekündigt, doch dieser versteht sich exklusiv Mehrwertsteuer. Die Mehrwertsteuer auf Kraftstoff ist in den Überseegebieten, auf Korsika und auf dem Festland unterschiedlich. Deshalb sind es auf dem französischen Festland nun 18 Cents. Der Rabatt gilt ab dem 1. April für vier Monate. Ursprünglich war geplant, dass der Originalpreis auf den Anzeigetafeln der Tankstellen nach wie vor angezeigt und der Rabatt erst bei der Zahlung direkt an der Kasse abgezogen wird. So wollte der Staat erreichen, dass die Autofahrer nach wie vor die eigentlichen Preise noch vor Augen haben. Kurz vor der Präsidentschaftswahl in Frankreich durfte es auch im Interesse der Regierung sein, dass die Franzosen diese Geste des Staates umso besser zu schätzen wissen. Doch weil das Verfahren für die Tankstellenbetreiber als zu umständlich angesehen wurde, wird der Preis inklusive Rabatt direkt auf den Anzeigentafeln angegeben.

Warum kommt der Rabatt erst jetzt?

Bereits in den vergangenen Wochen erreichten die Preise immer wieder neue Rekorde, doch günstiger wird der Sprit erst ab heute. Das begründete Premier Castex damit, dass die Betreiber der rund 11 000 Tankstellen im Land die Zeit bis jetzt für die technische Umsetzung brauchten.

Für wen gilt der Rabatt?

Der Rabatt gilt für alle Benzin- und Dieselkraftstoffe, aber auch für GPL und Bioethanol (E85), obwohl die Regierung beide letztere Kraftstoffe ursprünglich ausschließen wollte. Jeder, der diese Kraftstoffe ab April in Frankreich tankt, egal ob mit Privatauto oder Dienstfahrzeug, profitiert vom Rabatt. Denn dieser wird beim Bezahlen direkt abgezogen. Das Geld müssen sich die Tankstellenbetreiber anschließend vom Staat rückerstatten lassen.

Wer zahlt den Preisunterschied?

Der französische Staat übernimmt die Kosten für den Spritrabatt. Laut Regierung wird diese Maßnahme den Staat rund zwei Milliarden Euro kosten. Um die französischen Autofahrer noch weiter zu entlasten, appellierte Premier Castex an die Ölkonzerne ebenso ihren Teil beizutragen und einen Rabatt anzubieten. Einige von ihnen wie Total haben bereits eigene zusätzliche Rabatte angekündigt. Manche Supermarktketten, die auch Tankstellen betreiben, wie Auchan und Géant wollen außerdem weiterhin Gutscheine für Tankkunden anbieten.

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