Ford plant Verlegung der Produktion wegen Brexit

Brexit : Zieht Ford aus Großbritannien ab?

Premierministerin Theresa May soll über die Pläne bereits informiert sein.

Der Autohersteller Ford zieht offensichtlich Konsequenzen aus den unsicheren Brexit-Verhandlungen und den zu erwartenden Folgen. Nach einem Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, die sich wiederum auf  die in London erscheinende „The Times“ beruft, trifft Ford Vorkehrungen für einen  kompletten Abzug der Produktion aus Großbritannien. Demnach habe der amerikanische Autobauer  in einem Telefonat der Premierministerin Theresa May entsprechende Pläne mitgeteilt. Alternative Standorte im Ausland würden entsprechend vorbereitet, hieß es weiter.

Ford betreibt in Großbritannien noch zwei Motorenwerke. Ein ungeregelter Brexit koste das Unternehmen voraussichtlich eine Milliarde Dollar. Gegenwärtig beschäftigt Ford in Großbritannien noch 13 000 Mitarbeiter. Ob ein Abzug der Produktion von Ford aus Großbritannien auch positive Folgen für das Werk in Saarlouis haben könnte, lässt sich noch nicht sagen. Ford-Deutschland-Chef Gunnar Herrmann hatte schon Ende Dezember in einem Interview mit unserer Zeitung darauf hingewiesen, „dass insbesondere der Brexit und unsichere Wechselkurse unser Ergebnis belasten“. Weiterhin hatte Herrmann betont: „Großbritannien ist unser wichtigster Auslandsmarkt, deshalb leidet unsere Profitabilität.“ Ford produziert heute schon in Saarlouis zahlreiche Focus speziell für den englischen Markt.

Zugleich ist das Unternehmen jetzt schon dabei, seine europäischen Werke in Köln, Saarlouis und Valencia für die Zukunft neu aufzustellen. Dabei geht es auch um die Senkung von Standortkosten. Nach Überzeugung von Herrmann müssen die Jahre 2019 und 2020 genutzt werden, um die europäischen Standorte wieder profitabel zu machen. Die Ford-Zentrale in Detroit hatte zuvor klargestellt, dass dies die Voraussetzung für weitere Investitionen sei.

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