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Fehlende tarifliche Voraussetzungen zu Abfindungen für Air-Berllin-Flugbegleiterinnen.

Gericht urteilt gegen Air-Berlin-Flugbegleiterinnen : Air Berlin-Flugbegleiterinnen bekommen keine Abfindung

Das Kabinenpersonal der seit 2017 insolventen Fluggesellschaft Air Berlin kann keine Abfindungen beanspruchen. Die tariflichen Voraussetzungen hierfür seien nicht erfüllt, entschied das Bundesarbeitsgericht (BAG) am Dienstag in Erfurt (Az: 1 AZR 149/19 und weitere).

Air Berlin war im August 2017 in die Insolvenz gegangen. In der Folge verloren über 6000 Arbeitnehmer ihre Arbeit. Viele von ihnen zogen daraufhin vor Gericht.

Das BAG entschied zunächst über die Klagen mehrerer Flugbegleiterinnen. In dem mit der Gewerkschaft Verdi geschlossenen Tarifvertrag gibt es für sie eine besondere Klausel. Danach musste die Fluggesellschaft bei erheblichen Betriebsänderungen in Verhandlungen mit der „Personalvertretung Kabine“ treten, um einen Ausgleich zu suchen. Dies sei hier nicht einmal versucht worden, argumentierten die Klägerinnen.

Wie schon die Vorinstanzen wies jedoch auch das BAG die Klagen ab. Der betreffende Tarifvertrag gelte nur für das Kabinenpersonal. Entsprechend könne sich auch die Tarifklausel ausschließlich auf „kabinenpersonalbezogene Maßnahmen“ beziehen. Die Einstellung des Flugbetriebs habe aber das gesamte Unternehmen und sämtliche Arbeitnehmer der Fluggesellschaft betroffen. Am 13. und
27. Februar wollen andere BAG-Senate über Kündigungsschutzklagen von ehemaligen Air-Berlin-Piloten entscheiden.