Ex-Verteidigungsminister neuer Rheinmetall-Aufseher

Ex-Verteidigungsminister neuer Rheinmetall-Aufseher

Der ehemalige Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) gehört künftig dem Aufsichtsrat des Autozuliefer- und Rüstungskonzerns Rheinmetall an. Die Aktionäre wählten den 68-Jährigen gestern auf der Hauptversammlung in Berlin, wie ein Sprecher des Unternehmens sagte. Damit wird Jung auch einer der Aufseher über den geplanten Ausbau der Rheinmetall-Geschäfte in der Türkei, die am Rande der Hauptversammlung für Proteste sorgten. Demonstranten stellten einen ausgemusterten Panzer vor das Tagungshotel und forderten einen Stopp der Geschäfte und eine Abkehr Rheinmetalls vom Rüstungsgeschäft.

Die Rüstungssparte gehörte 2016 zu den Wachstumstreibern von Rheinmetall. Der Umsatz stieg um 14 Prozent auf rund 2,9 Milliarden Euro. In der Autozuliefersparte fiel das Wachstum mit 2,5 Prozent schwächer aus. Insgesamt hatte der Konzern seinen Umsatz um acht Prozent auf 5,6 Milliarden Euro gesteigert.

Der neue Aufsichtsrat Franz Josef Jung stand von 2005 bis 2009 an der Spitze des Verteidigungsministeriums und ist noch Mitglied des Bundestages. Bei der Bundestagswahl im Herbst trete er aber nicht wieder an, sagte er vor den Aktionären. Ein Vertreter der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) sprach mögliche Interessenkonflikte durch das Bundestagsmandat an und gab ihm mit: "Schauen Sie, dass das nicht vermischt wird."

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