1. Nachrichten
  2. Wirtschaft

Ein Chorkonzert, bei dem der Himmel um eine Zugabe bittet

Ein Chorkonzert, bei dem der Himmel um eine Zugabe bittet

Donner, Blitz - und dann ein schallendes Gotteslob zum Dank für eine besänftigte Natur! So unverhofft theatralisch kann ein Sonntagnachmittagskonzert anmuten. Vor allem, wenn in der lichtdurchfluteten Basilika St. Johann durchweg geistliche Werke der Spätromantik auf dem Programm stehen.

Eine europäische Erstaufführung ist die "Parsifal Mass" des Amerikaners Clarence Veasey Jr., nach Musik aus Richard Wagners gleichnamiger Oper, bearbeitet für Chor und Orgel. Die ferne Gralsburg vor Augen, verfolgt das Publikum in der vollbesetzten Kirche, wie die religiös inspirierte Komposition durch den englischen Messetext noch eine pathetische Steigerung erfährt. Basilikakantor Bernhard Leonardy beweist mit Max Regers monumentaler Choral-Fantasie über "Eine feste Burg ist unser Gott" einmal mehr seine Virtuosität; das harmonisch schillernde Werk erschüttert, wenn nicht Gott, dann wenigstens die Basilika in ihren Grundfesten. Zusammen mit den hochaufmerksamen Musikerinnen und Musikern der "Capella basilicae instrumentalis" zelebriert das "Vokalensemble '83" Bruckners "Große Messe in e-Moll". Wenn auch manche Chor-Partien etwas forciert geraten, ist etwa das satte "Amen" aus dem Gloria ein Ohrenschmaus. Und pünktlich zum Schlussbeifall donnert es dann auch wieder. Der Himmel hat wohl um eine Zugabe gebeten.