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Die Saar-LB will ihre Privatkunden zur Sparkasse Saarbrücken auslagern

Neue Strategie der Landesbank : Saar-LB trennt sich vom Privatkundengeschäft

Die Landesbank hat angekündigt, den Service für Privatkunden einzustellen. Die Kunden sollen zur Sparkasse Saarbrücken wechseln.

Privatkunden haben bei der Saar-LB künftig keine Heimat mehr. Die Bank werde sich von diesem Geschäftszweig trennen, kündigte gestern Vorstandsmitglied Gunar Feth an. Die Kunden seien am Wochenende über diesen Schritt informiert worden. Geht es nach der Bank, sollen sie künftig von der Sparkasse Saarbrücken betreut werden.

„Wenn man von den Bedürfnissen der Kunden her denkt, ist es ein konsequenter Schritt“, sagte Feth gestern. Denn zwar könne die ­Saar-LB heute ihren Privatkunden noch alle zeitgemäßen Services bieten, doch auf Dauer sei sie nicht in der Lage, die schnelle Entwicklung im Privatkundensektor für die geringe Zahl an Bestandskunden noch mitzumachen. Gleichzeitig gebe es mit dem Schwesterinstitut, der Sparkasse Saarbrücken, einen Partner in der Sparkassengruppe, der auf das Privatkundengeschäft spezialisiert sei und somit deutlich bessere Services bieten könne, als es der Saar-LB möglich sei. Die Vermögensverwaltung für besonders begüterte Kunden der Landesbank ist von dem Schritt übrigens nicht betroffen. Dieses werde die Bank auch weiterhin anbieten. In welcher Form das stattfinden soll, werde sich aber erst später entscheiden, sagte der Saar-LB-Vorstand.

Aktuell hat die Bank Feth zufolge noch rund 3000 Privatkunden, von denen ein gutes Drittel aus aktuellen und ehemaligen Mitarbeitern der Bank besteht. In den kommenden Wochen und Monaten werde nun mit allen Kontoinhabern gesprochen. „Wir sind optimistisch, dass die Kunden den Nutzen dieses Wechsels erkennen“, sagt Feth. Beide Banken haben Mitarbeiter für ein Übergangsteam gestellt, die den Wechsel von der einen zur anderen Sparkasse möglichst sanft gestalten sollen. Auch die bisherigen Berater aus dem Privatkundengeschäft der Saar-LB sollen zum Schwesterinstitut wechseln.

Anders als bei der Deutschen Bank, deren Ausgliederung des Privatkundengeschäfts 1999 in die Deutsche Bank 24 mit einem erheblichen Imageschaden verbunden und bald wieder rückgängig gemacht worden war, ist Feth überzeugt, dass das bei der Saar-LB nicht der Fall sein werde. Als Beleg verweist Saar-LB-Mitarbeiter Andreas Hauck darauf, dass sich bisher nur wenige Kunden wegen des Anschreibens vom Wochenende beschwert hätten.

Letztlich sei das Vorhaben auch eine Reaktion auf die Wünsche der Kunden gewesen, sagt Feth. „Kunden fragen zunehmend, wann wir einen 24-Stunden-Service gewährleisten“, sagt er. „Den wird es bei uns aber nicht geben.“ Die Sparkasse Saarbrücken dagegen habe diese Dienstleistung ebenso wie viele andere bereits im Programm. Letztlich habe die Saar-LB für ihre Kunden „nur das Beste“ im Blick.

Neben dem Kundennutzen hat die Saar-LB im Rahmen des Strategieprogramms 2020 aber auch die Rentabilität im Blick. „Dabei ging es auch um die künftige Positionierung der Saar-LB im Markt“, sagt Feth. Und da sieht sich das Institut gemäß seiner Positionierung als deutsch-französische Mittelstandsbank, die Unternehmen, Projektierern und Immobilienfirmen Kredite dies- und jenseits der Grenze zur Verfügung stellt. Das Privatkundengeschäft gehört demnach nicht mehr zum Kerngeschäft.

Sparkassen-Vorstand Uwe Kuntz (l.) und Saar-LB-Vorstand Gunar Feth stellten ihr Konzept vor. Foto: Saar-LB

Die Sparkasse Saarbrücken, so kündigt es deren Vorstand Uwe Kuntz an, werde der Saar-LB für den Wechsel des Kundenstamms eine entsprechende Vergütung zahlen. „Die Kundschaft der Saar-LB bietet hohes Potenzial. Dafür werden wir einen angemessenen Preis bezahlen.“