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Die Firma Resa Systems aus Saarwellingen bietet Innovationen

Automatisierungstechnik : „Wir verkaufen Ideen“

Die Firma Resa Systems aus Saarwellingen hilft Autobauern, Teile ihrer Fertigung intelligent zu modernisieren.

Wenn er sich an den Coup erinnert, freut sich Michael Diwo heute noch diebisch. Als vor Jahren Smart in Hambach die Elektro-Version einführte, sollten dafür vier zusätzliche Fertigungsbahnen aufgebaut werden. So hatte es der Mutterkonzern Daimler geplant. Dann kam die große Stunde von Resa Systems aus Saarwellingen. Dort hatten Techniker einen Weg gefunden, wie der Bau des Elektro-Smart auf den bisherigen acht Bahnen ohne Beeinträchtigung laufen kann. „Wir waren unschlagbar im Preis“, sagt Geschäftsführer Diwo. Der Konkurrenz „haben wir gezeigt, was eine Harke ist“. Auf solch eine Idee zu kommen, „das ist typisch Resa“.

Das Unternehmen ist einer dieser Mittelständler, deren Name kaum jemand kennt, die aber zu Besonderem fähig sind. Mit rund 200 Mitarbeitern baut Resa für seine Industriekunden Anlagen, die einen Produktionsschritt automatisieren. Alle sind Einzelanfertigungen, zugeschnitten darauf, was die Maschine können muss, zum Beispiel Düsen von Einspritzpumpen testen, Ventile in Radfelgen montieren, Abgaskatalysatoren schweißen oder Schweller von Autokarosserien kleben. „Es sind spezielle Dinge, die wir machen, einen Prozess automatisieren, eine Fertigung optimieren – dafür ist unsere Größe optimal“, sagt Diwo. „Wir sind sehr wendig, schnell und innovativ.“

 Der Vorteil, den er bei Resa sieht: Im Unterschied zu großen Herstellern von Automatisierungstechnik „haben wir nicht den Druck, Teile verkaufen zu müssen, wir verkaufen die Idee“ – wie eben im Fall Elektro-Smart. Die Projekte sind überschaubar. Der Umfang bewegt sich für Fertigungsanlagen zwischen 100000 Euro bis zu drei Millionen Euro, erläutert der kaufmännische Geschäftsführer Christoph Schmoll.

 „Schwerpunktmäßig sind wir in der Automobilindustrie und Autozulieferindustrie beheimatet“, sagt er. Die Kunden sind die Großen der Branche wie Daimler oder Continental. Vor allem arbeitet Resa in der Region: etwa für Ford in Saarlouis, Nemak in Dillingen und Smart in Hambach sowie – um Beispiele aus anderen Branchen zu nennen – für Firmen wie V&B in Mettlach und Nestlé-Wagner in Nonnweiler.

 Wichtig geworden ist dabei die Simulation der Anlagen am Computer. Man kann so den Kunden genau zeigen, wie ihre Fertigung funktioniert und besser laufen kann. Damit fällt es leichter zu überzeugen. Und „die Gespräche haben eine andere Qualität. Es geht nicht ums Sparen, sondern um Technik“, sagt Diwo. Das heißt, um die beste Lösung. Bei aller Innovationskraft, die er Resa attestiert, auf Patente verzichtet das Unternehmen. „Das Patent ist noch nicht geschrieben, schon ist es überholt“, sagt Diwo. Nicht zuletzt will Resa die Aufmerksamkeit von Konkurrenten nicht auf sich ziehen.

 Die Ursprünge des Unternehmens liegen im Regel- und Schaltschrankbau, deswegen heißt es auch abgekürzt Resa. Im Laufe der Zeit kamen Robotik, Prüf-, Steuerungs- und Messtechnik hinzu. Entsprechend hat sich die Struktur der Belegschaft verändert. Früher waren Elektrotechniker in der Mehrheit, heute sind es die Ingenieure. „Die Zahl der Ingenieure wächst überproportional“, sagt Schmoll.

 Von den Wurzeln will Diwo trotzdem nicht lassen, auch wenn Resa sich Schaltschränke vielleicht sogar anderswo günstig zukaufen könnte. „Da hängt ein Stück weit das Herz dran“, sagt er. Und zur Not könne man über Nacht einen Schaltschrank bauen, wie zum Beispiel nach einem Brand bei Nemak. Noch wichtiger ist aber wohl die Gewinnung von Nachwuchs. So mancher Schaltanlagenbauer hänge an seine Ausbildung ein Studium dran und komme als Ingenieur wieder zu Resa zurück, sagt Diwo. „Die sind extrem loyal und kennen sich aus.“ Wie er überhaupt die Belegschaft lobt. „Unser Potenzial sind die Mitarbeiter.“

  Resa-Geschäftsführer   Michael Diwo
 Resa-Geschäftsführer  Michael Diwo Foto: rup

An ihnen liegt es auch zu einem Gutteil, dass die Firma die ­Schieflage vor gut zehn Jahren überstanden hat. Damals musste Resa Insolvenz anmelden, Management und Belegschaft übernahmen Resa. 17,5 Prozent gehören den Beschäftigten, so Schmoll. Seit der Zeit ging es aufwärts – sieht man von einer Delle infolge der Finanz- und Wirtschaftskrise ab. 24,6 Millionen Euro Jahresumsatz erzielte das Unternehmen nach eigenen Angaben 2016, in diesem Jahr sollen es 25,2 Millionen werden. Die Marge für den Gewinn vor Zinsen und Steuern liege zwischen fünf und sechs Prozent. „Nachhaltiges Wachstum“ sei das Ziel, sagt Schmoll. Mit Ideen wie bei Smart.­