DGB fordert Kurswechsel in Rentenpolitik

DGB fordert Kurswechsel in Rentenpolitik

"Werde ich alt genug, um meine Rente zu genießen, und kann ich überhaupt davon leben?" Fragen, die am Donnerstagabend viele Menschen in die Stummsche Reithalle nach Neunkirchen getrieben hatten. Der Deutsche Gewerkschaftsbund Rheinland-Pfalz/Saarland (DGB) hatte im Rahmen der bundesweiten Kampagne "Rente muss reichen" zur Diskussion über einen Kurswechsel in der Rentenpolitik geladen. Die Podiumsgäste: Gewerkschaftsvertreter, Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD ) und Martin Schlechter, Geschäftsführer des Verbandes der Metall- und Elektroindustrie des Saarlandes.

"Die gesetzliche Rentenversicherung wurde über Jahrzehnte kaputtgeredet", sagte Jörg Caspar, 1. Bevollmächtigter der IG-Metall Neunkirchen . Dahinter stehe die Versicherungsbranche, die auch durch die Riester-Rente ein Milliardengeschäft mache. Dass Letztere aufgrund der Niedrigzinsphase gescheitert ist, bestätigte auch Schlechter.

Private- sowie betriebliche Rente sieht der DGB generell nur als Ergänzungen. Die gesetzliche Rente müsse also deutlich gestärkt werden. Die Frage, an welcher der drei Stellschrauben der Rentenversicherung (Beitragssatz, Eintrittsalter, Rentenniveau) dazu gedreht werden muss, spaltete: Durch die gestiegene Lebenserwartung sei auch die Rente mit 67 Jahren angemessen, so Schlechter. Der DGB forderte dagegen eine Senkung auf 65 Jahre und eine Beitragserhöhung in kleinen Schritten ab 2020. Auch Wirtschaftsministerin Rehlinger sprach sich für höhere Beitragssätze aus. Zustimmung erntete die DGB-Forderung, die "Mütterrente" durch Steuermittel zu finanzieren. Obwohl sie eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sei, werde sie derzeit über die Rentenkasse finanziert.