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Reisen: Deutsche Bahn wertet Fernreise-Tickets auf

Reisen : Deutsche Bahn wertet Fernreise-Tickets auf

„Spar“- und „Flexpreis“-Fahrkarten machen künftig die Nutzung von Bussen und S-Bahnen in 126 Städten kostenlos.

Die Bahn verschärft den Preiskampf mit Billigfliegern und Bussen. Günstige Fahrkarten für die Sparsamen und mehr Komfort für die, die auch mit Bus, S-Bahn, Tram und U-Bahn reisen – damit will der Konzern ab August die Fahrgastzahl ankurbeln.

Bahncard-Inhaber kennen das City Ticket schon: Wenn sie mehr als 100 Kilometer im ICE, Intercity oder Eurocity fahren, dürfen sie mit dem Fahrschein am Start- und Zielbahnhof in der Innenstadt auch in Busse, Straßenbahnen, U- und S-Bahnen steigen. Das geht in 126 Städten. Ab August ist dafür keine Bahncard mehr nötig. Kostenloses Fahren im Nahverkehr ist auch mit „Flexpreis“- und „Sparpreis“-Tickets möglich. Jährlich einen zweistelligen Millionenbetrag zusätzlich überweist die Bahn den städtischen Verkehrsbetrieben für das neue City Ticket. „Unterm Strich kostet es nichts, denn es bringt uns mehr Fahrgäste“, sagt Berthold Huber, Personenverkehrsvorstand der Bahn. Kunden müssen aber genau hinsehen, wie weit sie mit Bus, Tram, U- und S-Bahn fahren dürfen. In Berlin etwa gilt das City-Ticket nur innerhalb des S-Bahn-Rings.

Sparpreis-Tickets ab 19,90 Euro in der zweiten Klasse kennen Bahnfahrer schon – aber nur von Sonderaktionen. Nun kommen sie als „Super Sparpreis“ dauerhaft. Wer eine Bahncard hat, bekommt Rabatt und fährt unter Umständen sogar für knapp 15 Euro quer durchs Land. Die Zahl der „Super Sparpreis“-Tickets wird aber begrenzt, und es wird sie vor allem für Züge geben, die normal nicht besonders voll sind, weniger für den beliebten Freitagnachmittag. Das City Ticket, also den kostenlosen Nahverkehr, gibt es für den neuen „Super Sparpreis“ nicht.

Die neuen Angebote sind eine Antwort auf den Fernbus-Anbieter Flixbus und Billigflieger. Das gibt Huber zu. An den Billigfliegern orientiert sich die Bahn auch beim Preismodell. „Super Sparpreis“ bedeutet: Zugbindung, kein Storno und kein City-Ticket. Beim „Sparpreis“ gibt es das City-Ticket und Storno für zehn Euro Gebühr. Wer flexibel bleiben will, muss den deutlich teureren „Flexpreis“ buchen: City-Ticket, freie Zugwahl, Storno kostenlos vor dem ersten Geltungstag.

Auch die Politik treibt inzwischen die Bahn. Union und SPD fordern 280 Millionen Fahrgäste in ICE und Intercity bis 2030, fast doppelt so viele wie jetzt. „Das ist ausgesprochen sportlich“, kommentierte Vorstandschef Richard Lutz unlängst. Denn das Konzernziel liegt bislang bei 180 Millionen. Im vergangenen Jahr waren es 143 Millionen.