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Der vielseitige Holländer: Herrman van Veen in Saarbrücken

Der vielseitige Holländer: Herrman van Veen in Saarbrücken

Brad Pitt tritt für Legoland beim Eurovision Song Contest an? Auf so eine Idee kann nur einer wie Herman van Veen kommen, der am Freitagabend nach längerer Zeit mal wieder im Saarland gastierte. Der holländische Sänger, Gitarrist, Pianist und Geiger präsentierte den knapp 1000 Zuhörern in der Saarbrücker Congresshalle die ganze Bandbreite seines künstlerischen Schaffens. Van Veen zeigt gerne Humor auf der Bühne, am bekanntesten ist er aber für seine romantischen Lieder - die spielte er aber erst im zweiten Teil des Konzerts. In der abwechslungsreichen ersten Hälfte kamen ganz unerwartete Coversongs zu Gehör wie "Marina", "Tutti Frutti" oder "Que será", das Lieblingslied seiner Mutter. Mit zwei auch gesanglich starken Geigerinnen, einem ebenfalls singenden Klarinettisten, Bass, Gitarre und Schlagzeug hatte der 71-Jährige eine überzeugende Band auf die Bühne gestellt. Dazu gesellte sich die hervorragende Akustikgitarristin und Sängerin Edith Leerkes, der viel Raum im Repertoire eingeräumt wurde und die einen ernsten Gegenpol schuf zu den Clownereien van Veens.

Dieser streute immer wieder Anekdoten aus seiner Jugend ein: So habe er die Montessori-Schule besucht, die sei "für eigenartige Kinder" zuständig gewesen. Seinem Erzeuger, der gerne auch Künstler geworden wäre, sei er so ähnlich, dass er jeden Morgen glaube, er rasiere seinen Vater. Und: Hätte es eine Olympiade für Putzen und Staubsaugen gegeben, seine Mutter hätte Medaillen nach Hause bringen können. Der ausgiebige Zugabenblock zog sich über 20 Minuten hin. Dabei leistete sich van Veen sogar den Luxus, für fünf Minuten eine bildhübsche Tänzerin zu präsentieren, die ansonsten gar keine Rolle spielte. Am Ende gab es stehenden Applaus für ein großartiges Konzert.