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Der deutsch-iranische Handel bricht wegen der US-Sanktionen ein

Deutsch-iranischer Handel : Deutsche Unternehmen ziehen sich aus dem Iran zurück

Das harte Vorgehen der USA gegenüber dem Iran belastet die deutsche Wirtschaft zunehmend. Von 120 deutschen Unternehmen, die im Iran aktiv gewesen seien, seien nur noch 60 im Land, sagte der Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Volker Treier.

Der deutsch-iranische Handel ist eingebrochen. Im ersten Quartal seien die deutschen Exporte in das Land im Vorjahresvergleich um 50 Prozent gesunken, die iranischen Ausfuhren nach Deutschland um fast 42 Prozent. Das Volumen der deutschen Exporte in den Iran in den ersten drei Monaten des Jahres sei vergleichbar mit denen nach Weißrussland und Kasachstan.

„Die wirtschaftliche Situation ist delikat und alles andere als ermutigend für die deutschen Unternehmen“, sagte Treier. „Die US-Sanktionen wirken auf die Wirtschaftsbeziehungen wie ein Vollembargo, weil der Finanzsektor betroffen ist.“ Seit dem Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen im vorigen Jahr und besonders seit der Verhängung neuer amerikanischer Sanktionen vor allem gegen den Finanz- und Energiesektor steckt der Iran in einer akuten Wirtschaftskrise.

Eine der letzten Hoffnungen der Europäer ruht auf einer Ende Januar gegründeten Gesellschaft mit Namen Instex. Damit wollen Deutschland, Frankreich und Großbritannien die amerikanischen Wirtschaftssanktionen zumindest ein Stück weit aushebeln. Über Instex soll der Zahlungsverkehr bei Iran-Geschäften abgewickelt werden können, wenn sich private Banken wegen drohender US-Strafen dazu nicht mehr bereiterklären.