1. Nachrichten
  2. Wirtschaft

Kommentar: Das Land steht auf dem Abstellgleis

Kommentar : Das Land steht auf dem Abstellgleis

Der Zustand der Deutschen Bahn ist alarmierend. Die Kritik des Bundesrechnungshofes, Bund und Bahn hätten die Bahnreform 1994 bis heute nicht in den Griff bekommen, ist ein vernichtendes Urteil. Auch dem Saarland gegenüber hat sich jeder Vorstandschef, von Hartmut Mehdorn bis zu Richard Lutz, als die gelebte Unverbindlichkeit erwiesen.

Immer wieder wurden gegenüber der Landesregierung, ob schwarz oder rot, Zusagen gemacht und genauso regelmäßig nicht eingehalten. Statt eines zugesagten Aufbaus von Arbeitsplätzen oder der Verlagerung von Aufgaben des Konzerns an die Saar geht es seit vielen Jahren nur in eine Richtung: bergab. Zuständigkeiten werden aus dem Saarland abgezogen. Die Bahn sieht in unserer Region nur eine unbedeutende Fußnote.

Jetzt steht als letzte selbstständige Einheit auch die Verlegung von DB Regio nach Mannheim und Frankfurt an. All das liegt nicht zuletzte an der Harmlosigkeit der saarländischen Landesregierung gegenüber dem Unternehmen. Wenn die Landespolitik, die Saarwirtschaft, die Verbände und Gewerkschaften nicht endlich in einer gemeinsamen Initiative Druck auf den Bahnvorstand und die Saar-Politiker in Berlin machen, spielt die Region aus der Sicht der Bahn bald überhaupt keine Rolle mehr. Wenn dies so weitergeht, kann man sich auch weitere Überlegungen über Neuansiedlungen und eine gute Erreichbarkeit der Region sparen. Nüchtern betrachtet steht das Saarland schon auf dem Abstellgleis.