1. Nachrichten
  2. Wirtschaft

Das Corona-Virus legt auch die Autoproduktion zunehmend lahm.

Auto : Erste Autohersteller schließen Werke

Der Opel-Mutterkonzern PSA schließt vorläufig 15 Werke. Auch Renault, Fiat und Volkswagen stoppen die Produktion an einzelnen Standorten.

Der Opel-Mutterkonzern PSA schließt wegen der Covid-19-Pandemie in den kommenden Tagen insgesamt 15 Autofabriken in Europa. In Deutschland sind vom heutigen Dienstag an die Standorte Rüsselsheim und Eisenach betroffen, wie der Hersteller in Paris mitteilte. Die Schließungen sollen bis zum 27. März dauern. Der Peugeot-Hersteller führte als Gründe Unterbrechungen in der Zulieferkette und einen deutlichen Rückgang auf den Automobilmärkten an. Betroffen sind auch Standorte in Spanien, Frankreich, Portugal, Großbritannien und in der Slowakei. Am Montag hatten auch der französische Konzern Renault und der US-italienische Konzern Fiat Chrysler Werksschließungen verkündet.

Unterdessen legt auch Volkswagen die Produktion in allen drei Werken in der Slowakei vorübergehend still. Die Firmenleitung wolle damit die Mitarbeiter vor einem Infektionsrisiko schützen und einen Beitrag zur Verlangsamung der Coronavirus-Ausbreitung leisten. „Den Konzern um eine Unterbrechung der Produktion zu ersuchen, betrachten wir unter den aktuellen Umständen als die verantwortungsvollste Lösung“, erklärte der Unternehmensvorstand in Bratislava. Volkswagen Slovakia ist mit rund 15 000 Mitarbeitern der größte private Arbeitgeber der Slowakei. Innerhalb des weltweiten Volkswagen-Konzerns nimmt vor allem der Standort Bratislava eine Schlüsselposition ein, weil dort Autos von fünf Marken des Konzerns zugleich hergestellt werden und das Werk bei Bedarf in der Lage ist, auch Produktionen anderer internationaler Standorte zu übernehmen.

An den deutschen Standorten des US-Autobauers Ford ist es so weit noch nicht. Das Werk in Saarlouis arbeitet allerdings vorerst nur im Ein-Schicht-Betrieb. Die am Freitag verkündete Regelung, dass die rund 800 Pendler aus Grand Est daheim bleiben sollen, „wird bis auf Weiteres verlängert“, sagte ein Konzernsprecher am Montag. Normalerweise läuft das Saarlouiser Werk, in dem das Modell Focus montiert wird, im Zwei-Schicht-Betrieb. Erst im vergangenen Sommer war es aber von Drei- auf Zweischicht-Betrieb umgestellt worden.

Das Werk in Köln laufe dagegen normal, sagte der Sprecher. „Die Lieferketten sind intakt. Das gilt auch für Saarlouis.“ Die Fabrik in Valencia stehe wegen drei Corona-Fällen in dieser Woche still, sagte er. Falls in Saarlouis Mitarbeiter erkranken sollten, droht vermutlich auch hier eine vorläufige Schließung.