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Das Bausparen bleibt gefragt

Das Bausparen bleibt gefragt

Die LBS Saar hat ihren Marktanteil im Land auf 43,8 Prozent steigern können.

Das klassische Bauspar-Geschäft ist trotz dauerhaft niedriger Hypothekenzinsen "noch längst nicht tot, sondern erfreut sich bei unseren Kunden weiterhin großer Beliebtheit". Das betonte gestern der Geschäftsleitungs-Sprecher der Landesbausparkasse (LBS) Saar, Dirk Hoffmann. "Das Bauspar-Darlehen bleibe ein zuverlässiger Finanzierungsbestandteil, wenn der Bau oder Kauf einer Immobilie erwogen wird", sagte er.

Das Neugeschäft der LBS Saar ist nach kräftigen Plusraten in der ersten Hälfte des Jahrzehnts 2016 zwar zurückgegangen. "Auf der anderen Seite konnten wir unseren Marktanteil an der Saar um 3,6 Prozentpunkte auf 43,8 Prozent erhöhen." Es wurden 11 327 neue Verträge (minus 14 Prozent) mit einer Bausparsumme von 681 Millionen Euro abgeschlossen (minus 4,5 Prozent). Insgesamt betreut die LBS mehr als 106 700 Verträge mit einer Bausparsumme von knapp 3,9 Milliarden Euro.

Bei den Darlehen nehmen inzwischen die Vor- und Zwischenfinanzierungs-Kredite "einen immer größeren Raum ein", erläuterte LBS-Geschäftsleiter Jörg Welter. Von den gesamten Kapital-Auszahlungen der LBS Saar im vergangenen Jahr über 238 Millionen Euro entfielen 151 Millionen Euro auf diese Finanzierungsform. Von Vorteil sei hierbei, dass bei der Gesamtfinanzierung einer Immobilie ein Bausparvertrag wie Eigenkapital zähle. Bis zur Fälligkeit des Vertrags könne zudem eine Hypothek zum gleichen Zinssatz aufgenommen werden wie das spätere Bauspar-Darlehen.

Insgesamt wurden 2016 für 161,15 Millionen Euro Darlehen neu bewilligt (minus 8,8 Prozent). Diesen Rückgang erklärt Hoffmann unter anderem mit der Wohnimmobilienkredit-Richtlinie, die im vergangenen Jahr allen Kopfzerbrechen machte, die in der Immobilienfinanzierung tätig sind. Sie sollte eigentlich verhindern, dass Häuslebauer sich übernehmen. Dadurch sei jedoch erreicht worden, dass vor allem ältere Leute und junge Familien schwerer an Kredite gekommen seien. Nach einer Nachbesserung der Richtlinie "können wir inzwischen damit leben", sagt er.

Beim Vertrieb wird der Finanzverbund der LBS mit den Sparkassen, der Saarland-Versicherung und der Landesbank Saar (Saar-LB) immer wichtiger. Über die Sparkassen kommt mehr als 53 Prozent des Geschäfts herein. Ergänzt wird es um das sogenannte Gemeinschaftsgeschäft, das dann abgeschlossen wird, wenn bei einer Immobilienfinanzierung von dem Sparkassen-Mitarbeiter auch ein Bausparvertrag mitverkauft wird. Dieser Geschäftsanteil macht knapp 23 Prozent aus. Der LBS-Vertrieb selbst trägt gut 24 Prozent zum Neugeschäft bei.

Die vom Bundesgerichtshof kürzlich abgesegnete Kündigung von Bausparkassen-Altverträgen mit hohen Zinssätzen "ist für die LBS Saar kein Thema", sagt Hoffmann. Ihr Bestand belaufe sich auf ein Prozent aller Verträge.

Dirk Hoffmann, Geschäftsleitungs-Sprecher der Landesbausparkasse (LBS) Saar. Foto: wakeford/lbs Foto: wakeford/lbs

Auch das reine Immobiliengeschäft läuft offenbar gut. Zusammen mit den Sparkassen hat die LBS im vergangenen Jahr knapp 850 Immobilien-Objekte mit einem Kaufpreis-Volumen von fast 109 Millionen Euro vermittelt. Das Angebot sei knapp und die Preise steigen weiter, sagen Markus Ehm und Peter Becker von der LBS-Immobilienabteilung. Auf ein Objekt kämen bis zu zwölf Interessenten.