Das Abkommen der EU mit den Mercosur Staaten hat vor allem Symbolkraft

Kommentar : Es geht auch ohne Donald Trump

Während die USA immer weiter die Schotten dichtmachen und sich hinter der Mauer Protektionismus verschanzen, macht Europa die Tore weit. Zuerst das EU-Freihandelsabkommen mit Japan Anfang Februar, dann folgte das Abkommen mit den Mercosur-Staaten am Freitag, gleich darauf am Sonntag der Deal mit Vietnam.

Das ist eine klare Botschaft – vor allem gegen US-Präsident Donald Trump. Während der seine Holzhammer-Diplomatie durchzieht und andere Länder mit Strafzöllen traktiert, sobald es nicht nach seiner Pfeife geht, reicht sich der Rest der Welt die Hände. Damit bieten die Verbündeten dem Twitter-Tyrannen die Stirn. Trump glaubt, ohne Amerika gehe im Welthandel nichts. Womit er noch Recht hat. Die anderen Länder stellen aber die Weichen in Richtung weniger Abhängigkeit und beginnen damit, sich nach Alternativen umzusehen. Natürlich hat das Mercosur-Abkommen seine Schwächen, Kritik von Umweltschützern und Landwirten wird bereits laut. Vor allem mit Blick auf den den brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro, dessen Priorität bekanntlich nicht der Umweltschutz ist. Die Ratifizierung steht auch noch aus. Das Abkommen hat aber vor allem Symbolkraft: Zusammenarbeit statt nationaler Egoismus!

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